Die Preisangabenverordnung (PAngV) verlangt von Onlineshops drei Dinge am Preis: den Gesamtpreis inklusive Umsatzsteuer mit dem Hinweis auf Versandkosten (§§ 3, 6), bei Ware nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche den Grundpreis je 1 kg, 1 l, 1 m, 1 m² oder 1 m³ (§§ 4, 5), und bei jeder beworbenen Preissenkung den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage (§ 11). Der Grundpreis ist Gesamtpreis geteilt durch Füllmenge mal Bezugsmenge: 250 g Kaffee für 6,49 € kosten 25,96 € je kg.
Die Formel ist einfach, Fehler passieren an anderer Stelle: beim Bezug auf 100 g statt 1 kg, beim Abtropfgewicht und bei Rabatten, die vom alten Listenpreis statt vom 30-Tage-Tiefstpreis gerechnet sind. Unten: was die PAngV genau verlangt, die Formel mit fünf Beispielen, die Ausnahmen und ein Rabatt-Beispiel, bei dem aus „−20 %“ korrekt „−11 %“ wird.
Wann Shops nach der Preisangabenverordnung fragen
Meist beim Anlegen der ersten Produkte mit Füllmenge, etwa Kaffee, Öl, Tierfutter oder Meterware, oder wenn eine Abmahnung wegen fehlendem Grundpreis kommt. Vor Aktionen wie Black Friday kommt die zweite Frage: Darf ich den alten Preis durchstreichen, und welchen?
Gesucht wird „Grundpreis berechnen“, „Preis pro 100 g ausrechnen“ und „Streichpreise 30 Tage“. Die Rechnung macht man einmal; schwieriger ist, dass Grundpreis und Bezugspreis bei Tausenden Artikeln nach jeder Preisänderung stimmen müssen.
Was verlangt die PAngV von Onlineshops?
Für einen Shop, der an Verbraucher verkauft, sind fünf Vorschriften entscheidend. Die PAngV gilt für jedes Angebot und jede Werbung mit Preisen gegenüber Verbrauchern; reine B2B-Shops trifft sie nicht.
| Vorschrift | Was du angeben musst |
|---|---|
| § 3 Gesamtpreis | den Endpreis, den der Kunde zahlt; wird er in Bestandteile zerlegt, ist der Gesamtpreis hervorzuheben |
| § 4 Grundpreis | bei Ware nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche den Preis je Mengeneinheit, unmissverständlich, klar erkennbar und gut lesbar, zusammen mit dem Gesamtpreis |
| § 5 Mengeneinheit | 1 kg, 1 l, 1 m³, 1 m oder 1 m²; bei loser Ware je nach Verkehrsauffassung auch 100 g oder 100 ml |
| § 6 Fernabsatz | dass die Preise die Umsatzsteuer enthalten und ob Versandkosten dazukommen, mit Betrag, wenn er sich berechnen lässt |
| § 11 Preisermäßigung | bei jeder Preissenkung den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung |

Das gilt überall, wo der Preis steht: auf der Produktseite, in Kategorielisten, in Newslettern und in Werbeanzeigen mit Preis, etwa in Google Shopping. Der Grundpreis gehört in die Nähe des Gesamtpreises, nicht erst in den Warenkorb.
Grundpreis berechnen: Formel und Beispiele
Der Grundpreis ist der Gesamtpreis, umgerechnet auf die Mengeneinheit nach § 5:
Grundpreis = Gesamtpreis ÷ Füllmenge in der Basiseinheit × Bezugsmenge. Rechne Gramm in Kilogramm und Milliliter in Liter um: 250 g = 0,25 kg, 750 ml = 0,75 l. Bei Bezugsmenge 1 kg oder 1 l reicht dann Gesamtpreis ÷ Füllmenge.

Fiktive Preise für die Rechnung, keine Marktpreise.
| Produkt | Gesamtpreis, € | Rechnung | Grundpreis |
|---|---|---|---|
| Kaffee 250 g | 6,49 | 6,49 ÷ 0,25 | 25,96 € / kg |
| Olivenöl 750 ml | 4,99 | 4,99 ÷ 0,75 | 6,65 € / l |
| Wasser 6 × 0,5 l | 4,49 | 4,49 ÷ 3 | 1,50 € / l |
| Kabel 1,5 m | 7,99 | 7,99 ÷ 1,5 | 5,33 € / m |
| Thunfisch 185 g, Abtropfgewicht 140 g | 2,49 | 2,49 ÷ 0,14 | 17,79 € / kg |
Drei Punkte, an denen die Rechnung kippt:
- 100 g statt 1 kg. Für verpackte Ware ist die Einheit seit der PAngV von 2022 1 kg oder 1 l. „Je 100 g“ ist nur bei loser Ware erlaubt, wenn es der Verkehrsauffassung entspricht (§ 5). Die Frage „Wie rechnet man den Preis pro 100 g aus?“ beantwortet Gesamtpreis ÷ Gramm × 100; im Shop zeigst du trotzdem den Preis je kg.
- Abtropfgewicht. Ist ein Abtropfgewicht anzugeben, rechnest du den Grundpreis darauf, nicht auf das Füllgewicht.
- Waschmittel. Hier darf der Grundpreis je Waschgang stehen, bei portionierten Wasch- und Reinigungsmitteln je Portion, wenn die Zahl der Portionen angegeben ist.
Großpackungen ab 50 kg, 100 l oder 100 m darfst du in der Einheit auszeichnen, die im Handel üblich ist. Was nach Grundpreis und Umsatzsteuer an Marge bleibt, rechnest du im Mehrwertsteuerrechner und im Margenrechner nach.
Wann ist kein Grundpreis nötig?
Wenn Grundpreis und Gesamtpreis gleich sind, also bei genau 1 kg oder 1 l, und in den Ausnahmen des § 4 Abs. 3 PAngV. Für Onlineshops sind diese wichtig:

- Kleinmengen – Nenngewicht oder -volumen unter 10 g bzw. 10 ml, zum Beispiel Proben.
- Verschiedene Erzeugnisse in einer Packung, die nicht miteinander vermischt sind, etwa ein Geschenkset aus Tee und Tasse.
- Dekorative Kosmetik – Mittel, die nur zum Färben oder Verschönern von Haut, Haaren oder Nägeln dienen, etwa Lippenstift oder Nagellack. Pflegeprodukte wie Duschgel fallen nicht darunter.
- Parfüm und Duftwasser mit mindestens 3 % Duftöl und mindestens 70 % reinem Ethylalkohol.
- Kau- und Schnupftabak bis 25 g.
Streichpreise: die 30-Tage-Regel nach § 11 PAngV
Wirbst du mit einer Preissenkung, musst du den niedrigsten Gesamtpreis angeben, den du in den 30 Tagen vor der Senkung verlangt hast (§ 11 Abs. 1). Der Europäische Gerichtshof hat 2024 klargestellt: Auch die Prozentangabe und der durchgestrichene Preis müssen sich auf diesen Tiefstpreis beziehen, ein bloßer Hinweis daneben reicht nicht (Urteil C-330/23).
Fiktives Beispiel, keine Marktpreise. Ein Shop verkauft eine Jacke bis 14.10. für 49,99 €, vom 15. bis 31.10. für 44,99 € und ab 01.11. im Sale für 39,99 €.

| Angabe im Shop | Rechnung | Rabatt | Zulässig |
|---|---|---|---|
| 39,99 ÷ 49,99 | −20 % | nein, 49,99 € ist nicht der Tiefstpreis der 30 Tage | |
| 39,99 ÷ 44,99 | −11 % | ja |
Die Rechnung: 1 − 39,99 ÷ 44,99 = 0,111, also 11 %. Drei Sonderfälle aus § 11:
- Stufenweise Senkung. Senkst du den Preis ohne Unterbrechung in Stufen, darfst du während der ganzen Aktion den Tiefstpreis vor Beginn der ersten Stufe angeben (Abs. 2).
- Individuelle Rabatte, etwa ein persönlicher Gutschein für einen Kunden, fallen nicht unter die Regel (Abs. 4 Nr. 1).
- Verderbliche Ware, die wegen nahen Ablaufs günstiger wird, ist ausgenommen, wenn du das klar sagst (Abs. 4 Nr. 2).
Wer Preise automatisch nach Wettbewerb ändert, sollte das besonders beachten: Ein kurzer Tiefpreis senkt den Bezugspreis für die nächsten 30 Tage. Wie automatische Preisänderungen funktionieren, steht im Beitrag Dynamische Preisgestaltung.
Wenn Grundpreis und Bezugspreis bei Tausenden Artikeln stimmen müssen
Bei ein paar Dutzend Produkten rechnest du den Grundpreis von Hand. Bei Tausenden Artikeln aus Lieferantenpreislisten ändert sich der Preis ständig, und der Grundpreis muss mit. In Elbuz stehen Gewicht und Maßeinheit in der Produktkarte des Basiskatalogs. Mit einer Formel für ein Feld des Basiskatalogs rechnest du daraus den Grundpreis, und Elbuz rechnet ihn bei jedem Import neu. Den durchgestrichenen Preis führst du im Feld „Streichpreis“ und gibst ihn in Feeds aus; den Tiefstpreis der letzten 30 Tage liest du im Preisverlauf der Produktkarte ab, wenn die Aufzeichnung des Preisverlaufs eingeschaltet ist. Wie Preise per Regel aus Einkaufspreisen entstehen, zeigt die Seite Preiskalkulation und Preisregeln.
Was Elbuz nicht entscheidet: ob dein Produkt unter eine Ausnahme fällt und wie deine Werbung formuliert ist. Und für einen Shop mit festen Preisen und wenigen Artikeln reicht die Rechnung oben.
Preise in ElbuzPreisregeln, Formeln und Preisverlauf für Tausende Artikel, 14 Tage kostenlos
Wie Grundpreis und Preise in den Google-Shopping-Feed kommen, zeigt die Seite Google-Shopping-Feed.
Häufige Fragen
Wie berechnet man den Grundpreis?
Gesamtpreis geteilt durch die Füllmenge in Kilogramm, Liter oder Meter. Beispiel: 6,49 € für 250 g sind 6,49 ÷ 0,25 = 25,96 € je kg.
Wie rechnet man den Preis pro 100 g aus?
Gesamtpreis geteilt durch die Gramm mal 100: 6,49 € für 250 g ergeben 2,60 € je 100 g. Im Onlineshop ist für verpackte Ware aber der Preis je kg anzugeben; 100 g sind nur bei loser Ware zulässig.
Für wen gilt die Preisangabenverordnung?
Für Unternehmer, die Verbrauchern Waren oder Leistungen anbieten oder dafür mit Preisen werben, online wie im Laden. Reine B2B-Angebote fallen nicht darunter.
Welche Ausnahmen gibt es vom Grundpreis?
Unter anderem Mengen unter 10 g oder 10 ml, Packungen mit verschiedenen, nicht vermischten Erzeugnissen, dekorative Kosmetik und Parfüm. Gleichen sich Grundpreis und Gesamtpreis, entfällt er ebenfalls.
Welchen Preis darf ich durchstreichen?
Den niedrigsten Preis, den du in den 30 Tagen vor der Senkung verlangt hast. Auch die Prozentangabe muss sich darauf beziehen (§ 11 PAngV, EuGH C-330/23).
Was droht bei Verstößen gegen die PAngV?
Ein Bußgeld als Ordnungswidrigkeit (§ 20 PAngV) und Abmahnungen durch Mitbewerber oder Verbraucherverbände, weil fehlende Preisangaben auch wettbewerbswidrig sind.
Quellen
- Preisangabenverordnung (PAngV 2022): § 3 (Gesamtpreis), § 4 (Grundpreis, Ausnahmen in Abs. 3), § 5 (Mengeneinheit, lose Ware, Abtropfgewicht, Waschmittel), § 6 (Fernabsatz), § 11 (Preisermäßigung, 30 Tage, stufenweise Senkung, Ausnahmen), § 20 (Ordnungswidrigkeiten) – gesetze-im-internet.de.
- Gerichtshof der Europäischen Union, Urteil vom 26.09.2024, C-330/23 (Aldi Süd): Preisermäßigung in Prozent auf Grundlage des niedrigsten Preises der letzten 30 Tage – curia.europa.eu.
Geprüft am 01.11.2026. Alle Preise in den Beispielen sind fiktiv. Keine Rechtsberatung.
