Online-Marktplätze in Deutschland, Österreich und der Schweiz: wer dich nimmt und was ein Verkauf kostet

  • 5 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Wann Händler nach Marktplätzen in Deutschland suchen
  2. Online-Marktplätze in Deutschland im Vergleich
  3. Welcher Marktplatz zu dir passt
  4. Was ein Verkauf über 50 € auf fünf Marktplätzen kostet
  5. Ab wann sich eine Monatsgebühr lohnt
  6. Marktplätze in Österreich und der Schweiz
  7. Was du vor dem ersten Angebot brauchst
  8. Wo Händler auf deutschen Marktplätzen Geld verlieren
  9. Mehrere Marktplätze aus einem Katalog
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Die wichtigsten Online-Marktplätze für Händler in Deutschland sind Amazon.de, eBay.de, Kaufland.de und Otto als Vollsortimenter, Zalando für Mode, MediaMarkt und home24 für Technik und Möbel, Etsy für Handgemachtes und TikTok Shop für den Verkauf über Videos. In Österreich kommt willhaben dazu, in der Schweiz Galaxus und Ricardo. Fast überall zahlst du eine Provision pro Verkauf, meist 7–16 %; Amazon, Kaufland und Otto verlangen zusätzlich eine Monatsgebühr.

Wer nach Reichweite auswählt, merkt den Fehler oft erst bei der Anmeldung: Otto nimmt keine Kleinunternehmer, Kaufland verlangt eine EAN für jedes Produkt, Zalando nimmt Marken und Händler nur auf Einladung auf, MediaMarkt erst nach einer Bewerbung. Zuerst kommt also die Frage, wer dich überhaupt nimmt, dann die, was dir vom Verkauf bleibt. Unten findest du eine Vergleichstabelle, eine Auswahl nach Situation und denselben Artikel für 50 € auf fünf Marktplätzen gerechnet.

Wann Händler nach Marktplätzen in Deutschland suchen

Meist läuft der eigene Shop schon, und es soll ein zweiter Kanal dazukommen. Oder ein Händler verkauft bereits auf Amazon und sucht eine Alternative mit weniger Abhängigkeit. Gesucht wird zuerst „Online-Marktplätze“ und „Marktplätze Deutschland“, danach „Kaufland Marktplatz“, „Otto Marktplatz“ und die Frage, welche Plattformen es in Österreich und der Schweiz gibt.

Die Frage „welcher Marktplatz ist der größte“ hilft dabei wenig. Entscheidend ist, ob der Marktplatz dein Unternehmen und dein Sortiment annimmt und ob deine Marge seine Provision trägt.

Online-Marktplätze in Deutschland im Vergleich

Die Marktplätze unterscheiden sich darin, wen sie zulassen und wie sie abrechnen. Die Provision hängt von der Kategorie ab; die Tabelle zeigt das Modell, den genauen Satz für deine Kategorie findest du auf der Gebührenseite des Marktplatzes.

Bedingungen von den offiziellen Seiten der Marktplätze, geprüft am 01.11.2026
MarktplatzWas es istWer verkaufen darfWas du zahlst
Amazon.deVollsortiment, eigener Versand oder FBAPrivate und gewerbliche Verkäufer nach IdentitätsprüfungEinzelanbieter 0,99 € pro Artikel oder Professionell 39 € im Monat zzgl. USt, dazu 7–15 % Verkaufsgebühr je nach Kategorie
eBay.deVollsortiment, neu und gebrauchtPrivate und gewerbliche VerkäuferGewerblich 5–16 % vom Gesamtbetrag, 0,45 € pro Bestellung, 0,35 € pro Festpreisangebot; privat im Inland ohne Verkaufsprovision
Kaufland.deVollsortiment, neun Länder aus einem KontoGewerbliche Händler, offizielle EAN für jedes ProduktBasic 39,95 € oder Plus 59,95 € im Monat zzgl. USt für alle Länder, Provision 7–16 % (sonst 13 %)
OttoVollsortimentUnternehmen mit Sitz in Deutschland, ohne Kleinunternehmer; außerdem aus den Niederlanden, Polen, Österreich und Frankreich99,90 € im Monat, Provision 7–22 % je nach Sortiment
ZalandoMode, Schuhe, BeautyMarken und Händler nur auf Einladung von Zalando, keine direkten BewerbungenGrundgebühr und Servicegebühren; Sätze nennt Zalando im Partnerportal
MediaMarktElektronik und HaushaltHändler nach BewerbungKeine öffentliche Preisliste
home24Möbel und WohnenHändler nach BewerbungKeine öffentliche Preisliste
EtsyHandgemachtes, Vintage ab 20 Jahren, BastelbedarfPrivate und gewerbliche Verkäufer0,20 USD pro Angebot, 6,5 % Transaktionsgebühr, 4 % + 0,30 € Zahlungsabwicklung
TikTok ShopVerkauf über Videos und LivestreamsUnternehmen und Einzelunternehmer nach Verifizierung9 % pro Bestellung inkl. USt, 7 % bei Elektronik, 4 % für 60 Tage für neue Verkäufer

Wie du dich bei den drei größten Plattformen anmeldest und was dort in jedem Schritt geprüft wird, steht in den Ratgebern Amazon verkaufen, eBay verkaufen und TikTok Shop Deutschland.

Welcher Marktplatz zu dir passt

Wähle nach drei Fragen: Ist dein Unternehmen gewerblich angemeldet und umsatzsteuerpflichtig, was verkaufst du, und wie viele Produkte hast du?

Startpunkt nach Situation
Deine SituationWo du anfängst
Kleinunternehmer nach § 19 UStGeBay.de, Etsy; Otto schließt Kleinunternehmer aus
Großes Sortiment mit EAN, RegelbesteuerungAmazon.de, Kaufland.de, Otto
Mode und SchuheZalando, Otto
Möbel und Wohnenhome24, Otto, Kaufland.de
Handgemachtes, Vintage, BastelbedarfEtsy
Produkte, die man im Video zeigen kannTikTok Shop
Verkauf auch nach Österreich und in die SchweizeBay.at und eBay.ch, Kaufland.at, Galaxus und Ricardo in der Schweiz

Was ein Verkauf über 50 € auf fünf Marktplätzen kostet

Bei 50 Bestellungen im Monat kostet derselbe Artikel für 50 € zwischen 4,50 € auf TikTok Shop und 9,50 € auf Otto. Die Provisionen stammen aus den offiziellen Tabellen, gerechnet für die Kategorie Spielzeug; die Monatsgebühr ist auf die Bestellungen verteilt.

Ein angenommenes Beispiel für die Rechnung, keine Marktpreise: ein Holzspielzeug für 50 € inklusive USt, kostenloser Versand, gewerblicher Händler mit Regelbesteuerung, 50 Bestellungen im Monat. Die Gebühren sind ohne USt angegeben: Als regelbesteuerter Händler ziehst du die USt auf die Gebühren als Vorsteuer ab.

Gebühren für einen Artikel der Kategorie Spielzeug zu 50 € bei 50 Bestellungen im Monat (angenommene Zahlen, Sätze geprüft am 01.11.2026)
MarktplatzRechnungPro Bestellung, €Vom Preis
Amazon.de, Professionell50 × 15 % + 39 € ÷ 508,2816,6 %
eBay.de, gewerblich50 × 12 % + 0,45 + 0,356,8013,6 %
Kaufland.de, Basic50 × 13 % + 39,95 € ÷ 507,3014,6 %
Otto50 × 15 % + 99,90 € ÷ 509,5019,0 %
TikTok Shop50 × 9 %4,509,0 %
Gebühren für einen Artikel zu 50 €: Amazon 8,28 €, eBay 6,80 €, Kaufland 7,30 €, Otto 9,50 €, TikTok Shop 4,50 €

Drei Dinge folgen daraus. Der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Marktplatz beträgt 5 € pro Bestellung, also 10 % des Preises; mit einem einheitlichen Preis überall verdienst du auf Otto deutlich weniger als auf eBay. Bei Otto steckt in der Provision schon eine Zahlungsgebühr von 2,7 %. Und TikTok Shop ist nur bei der Provision günstig: Die Käufer kommen über Videos, und die kosten Zeit oder Werbung, die in der Tabelle fehlen.

Willst du einen Preis aus deinem Wunschgewinn rechnen, setz die Provision in die Formel: Preis = (Einkauf + Versand + Gewinn + feste Gebühren) ÷ (1 − Provision − USt-Anteil). Deine Zahlen rechnest du im Margenrechner, die eBay-Gebühren im eBay-Gebührenrechner.

Ab wann sich eine Monatsgebühr lohnt

Amazon Professionell lohnt sich ab 40 Verkäufen im Monat: Einzelanbieter kostet 0,99 € pro verkauftem Artikel, Professionell 39 € im Monat, 39 ÷ 0,99 ≈ 39,4. Bei Kaufland und Otto gibt es keine Wahl: Die Monatsgebühr fällt immer an, auch im Monat ohne Verkauf.

Monatsgebühren: Amazon Professionell 39 €, Kaufland ab 39,95 €, Otto 99,90 €, auch ohne Verkauf

Bei Kaufland deckt eine Gebühr alle neun Länder: Kaufland.de, .at, .cz, .sk, .pl, .fr, .it, .es und .nl. Plus kostet 20 € mehr als Basic und enthält zusätzlich die Verlinkung zu deinem Onlineshop und 30 € Guthaben im Monat für Sponsored Product Ads. Bei Otto sind es 99,90 € im Monat unabhängig von der Zahl der Produkte; bei zehn Bestellungen im Monat sind das allein 9,99 € pro Bestellung. Für einen Test mit kleinem Sortiment eignen sich deshalb eBay, Etsy und TikTok Shop ohne Monatsgebühr besser.

Marktplätze in Österreich und der Schweiz

In Österreich verkaufst du über dieselben Konten: eBay.at gehört zu eBay, Kaufland.at zu Kaufland Global Marketplace, und österreichische Kunden kaufen bei Amazon auf Amazon.de. Dazu kommt willhaben, die österreichische Kleinanzeigenplattform für Private und Händler; eine öffentliche Preisliste für gewerbliche Verkäufer haben wir auf willhaben nicht gefunden.

Marktplätze in DACH: Deutschland, Österreich mit willhaben, Schweiz mit Galaxus und Ricardo in CHF

Die Schweiz ist kein EU-Land, deshalb rechnest du mit Zoll, Schweizer Mehrwertsteuer und Preisen in CHF. Galaxus, der Onlineshop von Digitec Galaxus, ist ein Marktplatz für Händler in der Schweiz und in Deutschland; eine öffentliche Preisliste für Händler haben wir bei Galaxus nicht gefunden. Auf Ricardo, dem Schweizer Auktions- und Festpreismarkt, ist das Einstellen kostenlos (außer Fahrzeugen ab 3 000 CHF), die Erfolgsprovision beträgt 8–12 % je nach Produkttyp, mindestens 0,10 CHF und höchstens 290 CHF pro Verkauf. eBay hat mit eBay.ch eine eigene Schweizer Seite.

Was du vor dem ersten Angebot brauchst

Vor dem Start klärst du fünf Dinge:

Vor dem ersten Angebot: Gewerbe, USt-IdNr., LUCID, EAN und 14 Tage Widerruf
  • Gewerbe. Kaufland und Otto nehmen nur gewerbliche Händler, Otto zusätzlich nur Unternehmen mit Sitz in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Österreich oder Frankreich und ohne Kleinunternehmerregelung.
  • USt-IdNr. Marktplätze fragen nach den Steuerdaten; Kaufland verlangt von EU-Händlern die USt-IdNr. und für Fernverkäufe eine OSS-Nummer.
  • LUCID. Wer verpackte Ware an Endkunden in Deutschland verkauft, registriert sich vorher im Verpackungsregister LUCID. Seit dem 12.08.2026 regelt das § 6 des Verpackungsrecht-Durchführungsgesetzes (VerpackDG), es ersetzt das frühere VerpackG.
  • EAN. Kaufland listet kein Produkt ohne offizielle EAN (GTIN); prüfe vor dem Start, ob jedes Produkt im Katalog eine hat.
  • 14 Tage Widerruf. Käufer können einen Onlinekauf 14 Tage lang ohne Grund widerrufen (§ 355 BGB): Rücksendeadresse und Ablauf stehen vor dem ersten Verkauf fest.

Wo Händler auf deutschen Marktplätzen Geld verlieren

  • Ein Preis für alle Marktplätze. Bei 50 € liegen zwischen eBay und Otto 2,70 € Gebühren pro Bestellung. Wer den Preis aus dem eigenen Shop übernimmt, verkauft auf dem teuersten Marktplatz ohne Gewinn.
  • Monatsgebühr bei kleinem Sortiment. Otto kostet 99,90 € im Monat, auch ohne Verkauf. Bei zehn Bestellungen ist das fast ein Fünftel eines 50-€-Artikels.
  • Anmeldung, bevor die Voraussetzungen stehen. Ohne EAN listet Kaufland nichts, als Kleinunternehmer kommst du bei Otto nicht rein. Erst die Händlerbedingungen lesen, dann den Katalog vorbereiten.
  • Bestand von Hand abgleichen. Ab dem zweiten Marktplatz verkauft sich ein Artikel irgendwann doppelt. Die Stornierung kostet Bewertungen, und die Kennzahlen des Händlerkontos sinken.

Mehrere Marktplätze aus einem Katalog

Ab dem zweiten Marktplatz wird der Abgleich von Preisen und Beständen zur täglichen Arbeit. In Elbuz liegt der Katalog an einer Stelle, und jeder Marktplatz bekommt eine eigene Exportvorlage mit eigener Preisregel und eigenem Zeitplan: Amazon, eBay.de, eBay.at und eBay.ch (eBay insgesamt mit 19 Länderseiten), Kaufland mit der Länderseite aus deinem Konto, OTTO mit vollständigen Produktdaten samt Pflichtattributen und GPSR-Angaben, Versand und Retouren, Zalando mit Preisen je Land und neuen Artikeln samt Pflichtattributen und Größenangaben, die du einmal in der Kategoriezuordnung zuordnest, Etsy, TikTok Shop und Marktplätze auf Mirakl wie home24. Jeden anderen Mirakl-Marktplatz bindest du über die Adresse seines Verkäufer-Backoffice an. Bestellungen kommen in eine Liste, und der Bestand ist für alle Kanäle derselbe. Wie das funktioniert, steht auf der Seite Marktplatz-Anbindung, für Kaufland auf Kaufland-Schnittstelle, für OTTO auf OTTO-Market-Schnittstelle, für Mirakl auf Mirakl-Anbindung.

Für wen es nicht passt: Galaxus, Ricardo und willhaben bindet Elbuz nicht an. Verkaufst du nur dort, reicht das Händlerkonto des Marktplatzes.

Marktplätze aus einem KatalogAmazon, eBay, Kaufland, OTTO, Zalando und mehr in Elbuz, 14 Tage kostenlos

Häufige Fragen

Welche Online-Marktplätze gibt es in Deutschland?

Für Händler vor allem Amazon.de, eBay.de, Kaufland.de und Otto als Vollsortimenter, Zalando für Mode, MediaMarkt für Elektronik, home24 für Möbel, Etsy für Handgemachtes und TikTok Shop.

Was kostet der Verkauf auf einem Online-Marktplatz?

Meist 7–16 % Provision pro Verkauf je nach Kategorie, bei Otto bis 22 %. Amazon Professionell (39 €), Kaufland (ab 39,95 €) und Otto (99,90 €) verlangen zusätzlich eine Monatsgebühr; siehe das Rechenbeispiel für 50 €.

Kann ich als Kleinunternehmer auf Otto verkaufen?

Nein. Otto schließt Kleinunternehmer nach § 19 UStG vom Verkauf aus. Auf eBay und Etsy kannst du auch als Kleinunternehmer verkaufen.

Kann ich privat auf Marktplätzen verkaufen?

Ja, zum Beispiel auf eBay.de: Privat verkaufst du innerhalb Deutschlands ohne Verkaufsprovision. Kaufland und Otto nehmen nur gewerbliche Händler.

Welche Marktplätze gibt es in Österreich und der Schweiz?

In Österreich eBay.at, Kaufland.at, Amazon über Amazon.de und die Kleinanzeigenplattform willhaben. In der Schweiz Galaxus, Ricardo und eBay.ch.

Welche deutschen Marktplätze laufen auf Mirakl?

Zum Beispiel home24: Der Marktplatz läuft auf der Mirakl-Plattform. Ob ein Marktplatz auf Mirakl läuft, siehst du an der Adresse seines Verkäufer-Backoffice.

Quellen

Geprüft am 01.11.2026. Die übrigen Zahlen im Artikel sind Rechenbeispiele zur Veranschaulichung.

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