Lagerumschlagshäufigkeit, Meldebestand und Sicherheitsbestand: Formeln mit Beispiel

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Inhaltsverzeichnis

    Die Lagerumschlagshäufigkeit zeigt, wie oft sich der durchschnittliche Lagerbestand im Jahr verkauft: Wareneinsatz geteilt durch durchschnittlichen Lagerbestand zu Einstandspreisen. Der Meldebestand ist der Bestand, bei dem du nachbestellst: durchschnittlicher Tagesabsatz × Lieferzeit + Sicherheitsbestand. Der Sicherheitsbestand fängt Absatzspitzen und Lieferverzug ab, und die optimale Bestellmenge berechnet die Andlersche Formel.

    Diese vier Lagerkennzahlen beantworten zwei Fragen, die viele Shops nach Gefühl entscheiden: wann bestellen und wie viel. Liegst du in die eine Richtung daneben, ist die Ware aus und die Käufer gehen woanders hin; in die andere liegt Geld monatelang im Regal. Unten: jede Formel, ein Beispiel von Anfang bis Ende und woher die Daten kommen.

    Wann man danach sucht

    Der Shop hat ein paar Hundert Artikel, und beim Lieferanten wird bestellt, „wenn es knapp aussieht“. Manche Artikel sind mitten in der Saison weg, andere liegen ein halbes Jahr. Gesucht wird „Lagerumschlagshäufigkeit Formel“, danach „Sicherheitsbestand berechnen“ und „Meldebestand Formel“.

    Am häufigsten kommt die Frage nach einem guten Wert. Einen allgemeinen Richtwert gibt es nicht: Elektronik und Mode drehen sich ganz unterschiedlich. Vergleiche einen Artikel mit seinem Vorjahr und mit anderen Artikeln derselben Kategorie.

    Lagerumschlagshäufigkeit berechnen

    Die Umschlagshäufigkeit ist der Wareneinsatz eines Zeitraums geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand zu denselben Einstandspreisen. Die Lagerdauer (Lagerreichweite) zeigt dasselbe von der anderen Seite: für wie viele Tage Absatz der durchschnittliche Bestand reicht.

    Lagerumschlagshäufigkeit = Wareneinsatz pro Jahr ÷ durchschnittlicher Lagerbestand zu Einstandspreisen
    Durchschnittlicher Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2
    Lagerdauer in Tagen = 365 ÷ Lagerumschlagshäufigkeit

    Beispielzahlen für die Rechnung, keine Marktdaten. Im Jahr wurde Ware für 120.000 € zu Einstandspreisen verkauft, der Bestand lag zu Jahresbeginn bei 22.000 €, am Jahresende bei 18.000 €. Der durchschnittliche Bestand ist 20.000 €, die Umschlagshäufigkeit 120.000 ÷ 20.000 = 6 pro Jahr, die Lagerdauer 365 ÷ 6 ≈ 61 Tage.

    Rechne mit Einstandspreisen, nicht mit Verkaufspreisen, sonst treibt die Marge die Kennzahl künstlich hoch. Bei schwankendem Bestand nimm den Durchschnitt der Monatsbestände statt nur zweier Stichtage.

    Umschlagshäufigkeit 6 pro Jahr: durchschnittlicher Bestand 20.000 €, Wareneinsatz 120.000 €, Reichweite 61 Tage

    Sicherheitsbestand berechnen

    Der Sicherheitsbestand ist die Menge, die für Tage mit überdurchschnittlichem Absatz oder verspäteter Lieferung im Lager bleibt. Die einfachste Formel nimmt den schlechtesten Fall aus deinen eigenen Daten:

    Sicherheitsbestand = max. Tagesabsatz × max. Lieferzeit − durchschnittlicher Tagesabsatz × durchschnittliche Lieferzeit

    Im Beispiel verkauft sich der Artikel im Schnitt 10-mal am Tag, an Spitzentagen 15-mal; der Lieferant liefert meist in 5 Tagen, höchstens in 7. Sicherheitsbestand = 15 × 7 − 10 × 5 = 105 − 50 = 55 Stück.

    Ist der Absatz gleichmäßig und die Lieferzeit verlässlich, reicht weniger. Liefert der Lieferant oft zu spät, prüfe vor einem höheren Sicherheitsbestand, ob es denselben Artikel bei einem anderen gibt.

    Wann bestellen: der Meldebestand

    Der Meldebestand ist der Bestand, bei dem du beim Lieferanten bestellst, damit neue Ware kommt, bevor die alte aus ist.

    Meldebestand = durchschnittlicher Tagesabsatz × durchschnittliche Lieferzeit + Sicherheitsbestand
    Im Beispiel: 10 × 5 + 55 = 105 Stück. Sobald der Bestand auf 105 fällt, bestellst du.
    Der Bestand fällt auf den Meldebestand von 105 Stück, die Bestellung ist 5 Tage unterwegs, 55 Stück Sicherheitsbestand bilden die Untergrenze

    Wie viel bestellen: die Andlersche Formel

    Die optimale Bestellmenge (Andlersche Formel, im Englischen EOQ) ist die Menge, bei der die Summe aus Bestell- und Lagerkosten im Jahr am kleinsten ist.

    Optimale Bestellmenge = √(2 × Jahresbedarf × Kosten pro Bestellung ÷ Lagerkosten pro Stück und Jahr)

    Im Beispiel ist der Jahresbedarf 10 × 365 = 3.650 Stück, eine Bestellung kostet 30 € (Abwicklung und Anlieferung), die Lagerung eines Stücks 2 € im Jahr. √(2 × 3.650 × 30 ÷ 2) = √109.500 ≈ 331 Stück, also etwa 11 Bestellungen im Jahr.

    Die Formel kennt keine Mengenrabatte, keine Mindestbestellmenge des Lieferanten und keinen Platz im Lager. Nimm das Ergebnis als Richtwert und runde auf die Verpackungseinheit oder Mindestmenge.

    Zwei Kostenkurven: Bestellkosten sinken, Lagerkosten steigen, die Summe ist bei etwa 331 Stück am kleinsten

    Das ganze Beispiel in einer Tabelle

    Ein Artikel: von der Umschlagshäufigkeit bis zur Bestellmenge (Beispieldaten)
    KennzahlRechnungErgebnis
    Lagerumschlagshäufigkeit120.000 ÷ 20.0006 pro Jahr
    Lagerdauer365 ÷ 661 Tage
    Sicherheitsbestand15 × 7 − 10 × 555 Stück
    Meldebestand10 × 5 + 55105 Stück
    Optimale Bestellmenge√(2 × 3.650 × 30 ÷ 2)331 Stück
    Lagerzyklus: 331 Stück bestellen, 10 am Tag verkaufen, bei 105 nachbestellen, Lieferung nach 5 Tagen

    Wo diese Formeln täuschen

    • Saison. Ein Jahresdurchschnitt setzt den Meldebestand in der Saison zu niedrig an. Rechne mit den letzten 4–8 Wochen oder derselben Saison im Vorjahr.
    • Tage ohne Bestand. Ohne Ware gab es keinen Absatz, also liegt der Durchschnitt unter dem echten Bedarf. Lass solche Tage weg.
    • Mehrere Lager. Umschlagshäufigkeit und Meldebestand rechnest du für jedes Lager, aus dem du versendest, getrennt.
    • Ladenhüter. Ein Artikel mit Umschlag nahe null lässt sich nicht per Formel retten, er muss abverkauft werden. Wie: Ladenhüter.

    Woher die Zahlen kommen, ohne von Hand zu zählen

    Jede Formel braucht drei Eingaben: den Bestand je Lager zu einem Stichtag, den Absatz pro Tag und die Lieferzeit des Lieferanten. Liegt der Bestand in einer Tabelle, ist schon die erste Zahl ungefähr. In Elbuz wird der Bestand aus bestätigten Belegen berechnet (Wareneingang, Verkauf, Umbuchung, Inventur), und das Bewegungsprotokoll zeigt jede Änderung mit Datum: daraus ergeben sich durchschnittlicher Bestand und Tagesabsatz. Wie das funktioniert: Warenwirtschaft und Lagerverwaltung.

    Wo es nicht reicht: Meldebestand und optimale Bestellmenge berechnet Elbuz nicht selbst, die Formeln aus diesem Artikel wendest du auf exportierte Daten in einer Tabelle an.

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    Häufige Fragen

    Wie berechnet man die Lagerumschlagshäufigkeit?

    Wareneinsatz des Jahres geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand zu Einstandspreisen; der durchschnittliche Bestand ist Anfangs- plus Endbestand geteilt durch zwei. Im Beispiel sind das 120.000 ÷ 20.000 = 6.

    Was ist eine gute Lagerumschlagshäufigkeit?

    Das hängt von der Kategorie ab: Verderbliches und schnell Veraltendes dreht sich öfter. Vergleiche mit dem Vorjahr und mit Artikeln derselben Kategorie, nicht mit fremden Richtwerten.

    Was ist der Unterschied zwischen Meldebestand und Sicherheitsbestand?

    Der Sicherheitsbestand ist die Reserve für Spitzen und Verzug, die du nicht anbrechen willst. Der Meldebestand ist der Bestand, bei dem du bestellst: Absatz während der Lieferzeit plus Sicherheitsbestand.

    Was ist die Andlersche Formel?

    Die Formel der optimalen Bestellmenge: √(2 × Jahresbedarf × Kosten pro Bestellung ÷ Lagerkosten pro Stück und Jahr). Sie liefert die Menge mit den geringsten Gesamtkosten aus Bestellen und Lagern.

    Wie oft sollte man den Meldebestand neu berechnen?

    Immer, wenn sich Absatz oder Lieferzeit ändern, und bei Saisonware vor jeder Saison.

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