Import aus China: wo du Lieferanten findest, wie du Zoll und Einfuhrumsatzsteuer rechnest und was die Ware wirklich kostet

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  • 6 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
  1. Wann ein Shop einen Lieferanten in China sucht
  2. Wo du Lieferanten aus China findest
  3. Was du für den Import aus China brauchst
  4. Was der Import aus China kostet: Rechnung in Euro
  5. Einzelpakete oder Lieferung mit Zollanmeldung
  6. Welche Pflichten du als Importeur in Deutschland hast
  7. Was du vor der ersten Zahlung prüfst
  8. Wie aus einer Yuan-Preisliste Preise im Shop werden
  9. Wann du die Preisliste des chinesischen Lieferanten einem Programm überlässt
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Import aus China beginnt mit der Wahl eines von drei Wegen: Alibaba.com, die internationale B2B-Plattform für ausländische Käufer, 1688.com, der chinesische Binnengroßhandel mit Preisen in Yuan, oder ein Vermittler, der die Ware für dich kauft und liefert. Den Lieferanten wählst du nicht nach dem Yuan-Preis, sondern nach den Kosten der Ware in deinem Lager: Preis × Kurs + Fracht bis zur EU-Grenze + Zoll + 19 % Einfuhrumsatzsteuer + Transport und Zollagent.

Der Unterschied ist groß: Im fiktiven Beispiel unten kostet eine Ware für 5 € beim Hersteller 9,23 € im Lager in Deutschland. Wer den Aufschlag auf den Yuan-Preis rechnet, verkauft unter Einstand und merkt es nach der ersten Lieferung. Weiter unten: wo du suchst, wie du eine Lieferung rechnest, was sich 2026 für kleine Pakete geändert hat, welche Pflichten du als Importeur in Deutschland hast und wie aus einer Yuan-Preisliste Preise im Shop werden.

Wann ein Shop einen Lieferanten in China sucht

Meist verkauft der Shop schon Ware von einem deutschen Großhändler und sieht dasselbe Produkt auf einer chinesischen Plattform um ein Vielfaches billiger. Die ersten Suchen lauten „Import aus China“ und „Waren aus China importieren“. Gleich danach kommen die Fragen: „Wie hoch sind die Zollgebühren von China nach Deutschland?“, „Was ändert sich 2026 bei Bestellungen aus China?“, „Lohnt sich der Import?“. Wie du Großhändler im Inland findest und vergleichst: Großhändler für Wiederverkäufer.

Am meisten führt die Frage „Wo ist es am billigsten?“ in die Irre. Der Preis auf der Plattform enthält weder Fracht noch Zoll noch Einfuhrumsatzsteuer, und zusammen können sie fast so viel ausmachen wie die Ware selbst. Rechne deshalb zuerst eine Lieferung durch und wähle erst danach Plattform und Lieferanten.

Wo du Lieferanten aus China findest

Für die erste Bestellung ist Alibaba.com der einfachste Einstieg: Oberfläche auf Englisch, Verkäufer arbeiten mit ausländischen Käufern, die Bestellung lässt sich absichern. Auf 1688.com sind die Preise niedriger, aber die Plattform ist für Käufer in China gedacht, ohne Vermittler bestellst du dort schwer.

Drei Wege zum Lieferanten in China: internationaler B2B, Großhandel in China, Vermittler – alle führen in dein Lager
Drei Wege zum chinesischen Lieferanten
MerkmalAlibaba.com1688.comVermittler
Für wen die Plattform istausländische Käufer, internationaler GroßhandelBinnengroßhandel in Chinadu, ohne direkten Kontakt zur Fabrik
Sprache und WährungEnglisch, Preise meist in DollarChinesisch, Preise in YuanDeutsch oder Englisch, Rechnung vom Vermittler
ZahlungsschutzTrade Assurance für Bestellungen über diesen Dienstfür chinesische Käufer gedachthängt vom Vertrag mit dem Vermittler ab
Lieferung nach Deutschlandmit dem Verkäufer oder deinem Spediteur vereinbarennur innerhalb Chinas, weiter über den Vermittlerim Preis der Leistung
Für wen es passterste Bestellung, Mengen ab einigen Hundert Stückwenn du einen Vermittler und geprüfte Ware hastkleine Mengen, verschiedene Waren von verschiedenen Verkäufern

Die Mindestbestellmenge (MOQ) legt jeder Verkäufer selbst fest, und oft lässt sie sich verhandeln: Bitte für die erste Lieferung um weniger als im Angebot, auch zu einem etwas höheren Stückpreis. Die Preise auf den Plattformen sind meist gestaffelt – je größer die Menge, desto niedriger der Preis –, rechne also für die Menge, die du wirklich kaufst.

Was du für den Import aus China brauchst

Für die Verzollung von Handelsware brauchst du eine EORI-Nummer, die Zolltarifnummer der Ware und eine Zollanmeldung, die meist ein Zollagent oder Spediteur für dich abgibt. Die EORI-Nummer identifiziert dein Unternehmen in Zollsachen in der ganzen EU. In Deutschland beantragst du sie kostenlos bei der Generalzolldirektion, seit dem 01.10.2026 grundsätzlich über das Zoll-Portal.

  • Zolltarifnummer. Von ihr hängen Zollsatz und nötige Unterlagen ab. Prüfe sie vor der Bestellung im EU-Zolltarif TARIC und stimme sie mit dem Zollagenten ab.
  • Unterlagen vom Lieferanten. Die Zollanmeldung stützt sich auf Handelsrechnung und Frachtpapier (zum Beispiel das Konnossement), für manche Waren brauchst du zusätzlich Genehmigungen oder Zeugnisse. Die vollständige Liste für deine Zolltarifnummer klärst du mit dem Zollagenten.
  • Lieferbedingungen. Die Incoterms-Klausel legt fest, welche Kosten der Lieferant trägt und welche du. Den Unterschied zwischen EXW, FOB und DDP erklärt der Beitrag Incoterms 2020 einfach erklärt.

Was der Import aus China kostet: Rechnung in Euro

Stückkosten = (Preis × Kurs + Fracht bis zur EU-Grenze) × (1 + Zollsatz) + Einfuhrumsatzsteuer + Transport in Deutschland und Zollagent. Die Einfuhrumsatzsteuer berechnet sich vom Zollwert plus Zoll plus Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort in der EU, mit demselben Satz wie im Inland – für die meisten Waren 19 %, ermäßigt 7 %.

Woher die Formel kommt. Der Zollwert ist der Preis der Ware plus Beförderung und Versicherung bis zum Ort des Verbringens in die EU (Zollkodex der Union, Art. 70–71). Der Zoll wird vom Zollwert nach dem Satz für die Zolltarifnummer berechnet. Für die Einfuhrumsatzsteuer kommen zum Zollwert der Zoll und die Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort hinzu (§ 11 Abs. 1 und 3 UStG).

Fiktives Beispiel für die Rechnung, keine Marktpreise: Kurs 0,125 € je Yuan, Zollsatz 10 %, Fracht, Transport und Zollagent angenommen. Lieferung: 500 Stück zu je 40 ¥.

Lieferung von 500 Stück zu 40 ¥, Import nach Deutschland (fiktive Zahlen)
PostenRechnungLieferung, €Stück, €
Ware500 × 40 ¥ × 0,1252.500,005,00
Fracht und Versicherung bis zur EU-GrenzeRechnung des Spediteurs750,001,50
Zollwert2.500 + 7503.250,006,50
Zoll3.250 × 10 %325,000,65
Transport vom Hafen ins LagerRechnung des Frachtführers175,000,35
Einfuhrumsatzsteuer(3.250 + 325 + 175) × 19 %712,501,43
ZollagentRechnung des Zollagenten150,000,30
Kosten im Lager4.612,509,23
Aus 5 € werden 9,23 €: Fracht 1,50, Zoll 0,65, Einfuhrumsatzsteuer 1,43, Transport und Zollagent 0,65

Die Ware für 40 ¥ kostet im Lager 9,23 € (4.612,50 € ÷ 500, gerundet), 4,23 € mehr als „Preis × Kurs“: Fracht 1,50 €, Zoll 0,65 €, Einfuhrumsatzsteuer 1,43 €, Transport im Inland und Zollagent zusammen 0,65 €. Setzt du den üblichen Aufschlag von 30 % auf 5 €, kommst du auf 6,50 € – unter Einstand.

Mit Vorsteuerabzug ziehst du die Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer ab (§ 15 Abs. 1 Nr. 2 UStG), deine Kosten im Beispiel sind dann 7,80 € je Stück. Die Steuer zahlst du trotzdem zuerst beim Zoll und bekommst sie erst über die Umsatzsteuer-Voranmeldung zurück – plane das Geld für diese Zeit ein. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG hast du keinen Vorsteuerabzug, die 1,43 € bleiben Kosten.

Einzelpakete oder Lieferung mit Zollanmeldung

Für einen Shop: Lieferung mit Zollanmeldung. Die Regeln für günstige Pakete sind für Käufe gedacht, die an Verbraucher gehen, und 2026 hat die EU die meisten Vorteile auf diesem Weg abgeschafft.

  • Einfuhrumsatzsteuer auf jedes Paket gilt seit dem 1. Juli 2021: Die Freigrenze von 22 € ist abgeschafft.
  • 3 € Zoll je Warenposition. Die Zollbefreiung für Sendungen bis 150 € endete am 30. Juni 2026. Vom 1. Juli 2026 bis zum 1. Juli 2028 zahlt solcher Fernabsatz einen vorläufigen Zoll von 3 € je Position. Eine Position sind Waren mit derselben Zolltarifnummer, nicht ein Stück: fünf T-Shirts sind eine Position, ein T-Shirt und eine Uhr zwei (Verordnung (EU) 2026/382 des Rates).
  • 2 € Bearbeitungsgebühr. Seit dem 1. November 2026 fällt für jede unterschiedliche Warenposition einer Sendung im Onlinehandel aus Drittländern (vier gleiche T-Shirts zählen einmal), unabhängig vom Wert, eine EU-Bearbeitungsgebühr von 2 € an. Sie zahlt der Verkäufer oder das Zustellunternehmen, das sie an den Kunden weitergeben kann.

Schickst du Kunden Pakete direkt aus China (Dropshipping), gehören diese 3 € und 2 € in deine Rechnung je Bestellung. Für eine Lieferung ins eigene Lager gilt die Formel oben: Zollsatz aus dem Tarif plus Einfuhrumsatzsteuer. Die Regeln ändern sich weiter, prüfe vor jeder Lieferung den aktuellen Stand bei der EU-Kommission, beim Zoll und bei deinem Zollagenten.

Welche Pflichten du als Importeur in Deutschland hast

Wer Ware aus China selbst einführt und anbietet, ist für sie verantwortlich. Seit dem 13. Dezember 2024 regelt die Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988 (GPSR) die allgemeine Sicherheit von Produkten, für viele Waren gilt zusätzlich die CE-Kennzeichnung, und in Deutschland kommen Registrierungen für Elektrogeräte und Verpackungen hinzu. Wie sie ablaufen: ElektroG und WEEE-Nummer.

  • Verantwortliche Person in der EU (GPSR). Für jedes Produkt muss ein Wirtschaftsakteur mit Sitz in der EU benannt sein, sonst darf es nicht in Verkehr gebracht werden. Hat der Hersteller keinen Sitz in der EU und keinen Bevollmächtigten, ist das der Importeur – also du, wenn du direkt in China kaufst.
  • Angaben auf dem Produkt. Der Importeur bringt seinen Namen oder seine Marke und seine Kontaktadresse auf dem Produkt an, oder, wenn das nicht geht, auf der Verpackung oder in einer Begleitunterlage.
  • Angebot im Shop. Im Fernabsatz zeigt das Angebot Hersteller oder verantwortliche Person, Angaben zur Identifizierung des Produkts und Warn- und Sicherheitshinweise.
  • CE. Pflicht unter anderem für Elektronik, Elektrogeräte, Spielzeug, Medizin- und Bauprodukte. Der Importeur prüft, ob der Hersteller das Konformitätsbewertungsverfahren durchgeführt und das Produkt gekennzeichnet hat, und hält eine Kopie der EU-Konformitätserklärung 10 Jahre bereit.
  • Elektrogeräte (ElektroG). Wer Elektrogeräte als Erster in Deutschland anbietet, gilt als Hersteller und muss sich vor dem Angebot mit Geräteart und Marke bei der stiftung ear registrieren (§ 3 Nr. 9, § 6 ElektroG).
  • Verpackungen (VerpackDG). Wer verpackte Ware an Endkunden versendet, registriert sich vor dem ersten Versand im Verpackungsregister LUCID und beteiligt die Verpackungen an einem dualen System. Seit dem 12.08.2026 gilt dafür das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG, §§ 6 und 7), das das Verpackungsgesetz abgelöst hat; ohne Registrierung darfst du verpackte Ware nicht anbieten (§ 13).

Bevor du Ware aus diesen Gruppen bestellst, lass dir vom Lieferanten Konformitätserklärung und Prüfberichte geben und prüfe sie vor der Zahlung, nicht nach der Verzollung. Das ist keine Rechtsberatung; die Fundstellen stehen unter „Quellen“.

Was du vor der ersten Zahlung prüfst

Prüfe fünf Dinge: Muster, schriftliche Spezifikation, Zahlungsweg, Inspektion vor dem Versand und Probebestellung. Allgemeine Prüfungen eines Lieferanten – Firmendaten, Bewertungen, Vertrag – beschreibt der Beitrag Großhändler finden und prüfen. Hier geht es um das, was für China speziell ist.

Fünf Prüfungen vor der Zahlung: Muster, Spezifikation, Zahlung über Plattform, Inspektion, Probebestellung
  1. Muster. Bestell vor der Lieferung ein Muster und vergleiche es mit dem Angebot: Material, Gewicht, Verpackung, Kennzeichnung. Warnsignal: Der Verkäufer verweigert ein Muster oder will es außerhalb der Plattform bezahlt haben.
  2. Spezifikation schriftlich. Maße, Material, Farbe, Lieferumfang, Verpackung, Versandtermin – in der Bestellung oder in den Nachrichten auf der Plattform. Ohne das kannst du einen Streit um die Qualität nicht gewinnen.
  3. Zahlung über die Plattform. Auf Alibaba.com gibt Trade Assurance Anspruch auf Erstattung oder Streitfall, wenn der Verkäufer nicht pünktlich versendet oder die Qualität nicht der Vereinbarung entspricht. Das gilt für Bestellungen über Trade Assurance; eine Überweisung direkt auf das Konto des Verkäufers bietet diesen Schutz nicht.
  4. Inspektion vor dem Versand. Bei großen Mengen beauftrage eine Kontrolle im Lager des Verkäufers: Fotos, Zählung, Prüfung einzelner Stücke. Einen Mangel, den du erst in Deutschland findest, nach China zurückzuschicken ist viel teurer, als ihn vor dem Versand zu entdecken.
  5. Probebestellung. Die erste Lieferung ist minimal. Rechne an ihr die echten Stückkosten: Rechnungen für Fracht, Zoll und Zollagent weichen oft von den Annahmen ab.

Wie aus einer Yuan-Preisliste Preise im Shop werden

Preis im Shop = Preis aus der Preisliste × Kurs × Kostenfaktor × (1 + Aufschlag) × (1 + MwSt.), gerundet. Der Kostenfaktor sind die Kosten im Lager geteilt durch „Preis × Kurs“: mit Vorsteuerabzug im Beispiel 7,80 ÷ 5,00 = 1,56.

Von 40 ¥ in der Preisliste zu 12,99 € im Shop: Kurs, Kostenfaktor 1,56, Aufschlag 30 %, 19 % MwSt.

Weiter mit dem fiktiven Beispiel: 40 ¥ × 0,125 = 5,00 €, × 1,56 = 7,80 € Kosten netto, + 30 % Aufschlag = 10,14 € netto, + 19 % MwSt. = 12,07 €, aufgerundet 12,99 € im Shop. Den Kostenfaktor rechnest du nach jeder Lieferung anhand der echten Rechnungen neu, den Kurs am Tag der Preislistenaktualisierung. Wie du Werbung und Gebühren zusätzlich einrechnest, steht im Beitrag Aufschlag berechnen: Formeln und Beispiele; deine Marge prüfst du im Margenrechner.

Solange es ein paar Dutzend Produkte sind, reicht eine Tabelle. Schickt der Lieferant eine Datei mit Hunderten Positionen, chinesischen Spaltennamen und mehreren Preisen für verschiedene Mengen, wird das Abtippen jedes Mal zur Hauptquelle für Preisfehler.

Wann du die Preisliste des chinesischen Lieferanten einem Programm überlässt

Wenn der Lieferant regelmäßig Preislisten schickt und es Hunderte Positionen sind. In Elbuz kommt die Preisliste als Datei, per E-Mail, über einen Link oder per FTP; das Programm erkennt die Spalten selbst (ungewöhnliche liest die KI), und du wählst, welchen der Preise es nimmt. Für eine Yuan-Preisliste gibst du einen eigenen Kurs an, unabhängig vom Währungsverzeichnis, und Fracht und Zoll hinterlegst du in der Aufschlagsregel: Die Verkaufspreise rechnen sich mit jeder neuen Datei neu. Wie die Regeln funktionieren, zeigt die Seite Preiskalkulation nach Regeln; die Verarbeitung von Lieferanten-Preislisten im Detail beschreibt die Seite zur Preislistenverarbeitung.

Wem das nicht passt: Zoll und Einfuhrumsatzsteuer rechnet das Programm nicht für dich aus – den Kostenfaktor legst du selbst anhand der Rechnungen der ersten Lieferung fest. Und wenn du in China ein paar Produkte einmal pro Saison kaufst, reicht eine Tabelle mit der Formel aus diesem Beitrag.

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Häufige Fragen

Wie hoch sind die Zollgebühren von China nach Deutschland?

Der Zoll hängt von der Zolltarifnummer der Ware ab, dazu kommt die Einfuhrumsatzsteuer von meist 19 % auf Zollwert, Zoll und Beförderung bis zum ersten Bestimmungsort. Bei Sendungen bis 150 € im Fernabsatz gilt seit dem 1. Juli 2026 ein Zoll von 3 € je Warenposition.

Was ändert sich 2026 bei Bestellungen aus China?

Die Zollbefreiung bis 150 € ist seit dem 1. Juli 2026 weg, stattdessen gilt bis 1. Juli 2028 ein Zoll von 3 € je Position. Seit dem 1. November 2026 kommt eine EU-Bearbeitungsgebühr von 2 € je Warenposition im Onlinehandel aus Drittländern hinzu.

Muss ich bei Bestellungen unter 150 Euro auf AliExpress Zoll bezahlen?

Ja, seit dem 1. Juli 2026: 3 € je Warenposition, dazu die Einfuhrumsatzsteuer, die es schon seit 2021 auf jedes Paket gibt, und seit dem 1. November 2026 die Bearbeitungsgebühr von 2 € je Warenposition.

Lohnt sich der Import aus China?

Das entscheiden die Kosten im Lager, nicht der Preis auf der Plattform. Im Beispiel kostet eine Ware für 5 € nach der Verzollung 9,23 € – es lohnt sich, wenn der deutsche Großhändler sie teurer verkauft.

Welche Dokumente brauche ich für den Import aus China?

EORI-Nummer, Handelsrechnung und Frachtpapier, für manche Waren Genehmigungen und Zeugnisse, für Waren mit CE die Konformitätserklärung. Die Zollanmeldung gibt meist ein Zollagent elektronisch ab.

Kann ich ohne Gewerbe aus China importieren?

Für den eigenen Bedarf ja, Pakete bestellen auch Privatpersonen. Ware zum Verkauf ist gewerblicher Import mit Zollanmeldung, EORI-Nummer und Pflichten als Importeur für die Produktsicherheit, das läuft in der Regel über ein Gewerbe.

Quellen

  • Zoll, „EORI-Nummer“: Beantragung bei der Generalzolldirektion, ab 01.10.2026 über das Zoll-Portal, kostenfrei – zoll.de.
  • Zoll, Einfuhrabgaben und Einfuhrumsatzsteuer bei Einfuhren aus Drittländern – zoll.de.
  • Umsatzsteuergesetz: § 11 Abs. 1 und 3 (Bemessungsgrundlage bei der Einfuhr: Zollwert, Zölle, Beförderungskosten bis zum ersten Bestimmungsort) – gesetze-im-internet.de; § 12 (19 % / 7 %) – gesetze-im-internet.de; § 15 Abs. 1 Nr. 2 (Vorsteuerabzug der Einfuhrumsatzsteuer) – gesetze-im-internet.de; § 19 (Kleinunternehmer) – gesetze-im-internet.de.
  • Zollkodex der Union, Verordnung (EU) Nr. 952/2013, Art. 70–71 (Zollwert, Beförderung und Versicherung bis zum Ort des Verbringens) – eur-lex.europa.eu.
  • EU-Kommission, Access2Markets: 3 € Zoll je Position vom 1. Juli 2026 bis 1. Juli 2028, Position = gleiche Zolltarifnummer, Verordnung (EU) 2026/382 des Rates vom 11. Februar 2026 – trade.ec.europa.eu.
  • EU-Bearbeitungsgebühr 2 € je unterschiedliche Warenposition im Onlinehandel ab 1. November 2026, unabhängig vom Wert; zahlt Verkäufer oder Zusteller – Irish Revenue, 29.09.2026, Generalzolldirektion, 29.10.2026; umsatzsteuerliche Behandlung beider Abgaben – EU-Kommission, 06.10.2026.
  • Abschaffung der Mehrwertsteuerbefreiung bis 22 € ab 1. Juli 2021 – EU-Kommission, Sendungen mit geringem Wert.
  • Verordnung (EU) 2023/988 (GPSR): Art. 11 Abs. 3 (Angaben des Importeurs), Art. 16 (Wirtschaftsakteur mit Sitz in der EU, i. V. m. Art. 4 der Verordnung (EU) 2019/1020), Art. 19 (Angaben im Fernabsatz) – eur-lex.europa.eu.
  • Beschluss Nr. 768/2008/EG, Anhang I Art. R4 (Pflichten der Einführer: Konformitätsbewertung, CE, Konformitätserklärung 10 Jahre) – eur-lex.europa.eu.
  • Elektro- und Elektronikgerätegesetz: § 3 Nr. 9 „Hersteller“ – gesetze-im-internet.de; § 6 „Registrierung“ – gesetze-im-internet.de.
  • Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG), in Kraft seit 12.08.2026: § 6 „Registrierung“, § 7 „Systembeteiligungspflicht“, § 13 – gesetze-im-internet.de; Zentrale Stelle Verpackungsregister, Register LUCID – verpackungsregister.org.
  • Alibaba.com, Trade Assurance: Erstattung oder Streitfall bei verspätetem Versand oder abweichender Qualität – alibaba.com; Alibaba Group zu 1688.com – alibabagroup.com.

Geprüft am 01.11.2026. Keine Rechts- oder Steuerberatung.

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