Produktfotos selber machen: Licht, Hintergrund, 6 Motive und die Bildregeln der Marktplätze

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Inhaltsverzeichnis
  1. Wann man nach „Produktfotos selber machen“ sucht
  2. Was du für Produktfotos zu Hause brauchst
  3. Welches Licht du für Produktfotos brauchst
  4. Wie du das Handy einstellst
  5. Welche Motive du brauchst: 6 Pflichtbilder
  6. Anforderungen an Produktbilder bei Kaufland, eBay und Google
  7. 5 Fehler, an denen Produktfotos scheitern
  8. Wie du die Fotos nach dem Shooting bearbeitest
  9. Wenn es Tausende Produkte sind und Fotografieren keinen Sinn ergibt
  10. Häufige Fragen
  11. Quellen

Um Produktfotos selber zu machen, brauchst du kein Studio: Stell den Tisch seitlich ans Fenster, biege einen Bogen weißen Karton von der Wand auf die Tischplatte und stell auf die Gegenseite eine weiße Platte als Aufheller. Fotografiere mit der Hauptkamera des Handys vom Stativ, bei weichem Tageslicht und ohne Blitz. Das erste Bild zeigt das Produkt von vorn, ohne Verpackung, auf Weiß; danach folgen 3–6 Ansichten, ein Detail und das Produkt im Einsatz.

Die meisten Fotos scheitern nicht an der Kamera, sondern am Licht und an den Regeln der Plattform: gelbe Glühbirne, harter Schatten von der Sonne, ein „SALE“-Aufkleber auf dem Hauptbild, ein abgeschnittener Rand. Unten steht, wie du an einem Abend einen Fotoplatz aufbaust, welche Motive du brauchst, was Kaufland, eBay und Google Merchant Center verlangen und an welchen fünf Fehlern ein Bild hängen bleibt.

Wann man nach „Produktfotos selber machen“ sucht

Meist dann, wenn jemand auf eBay oder Kaufland anfängt oder einen Shop mit eigener Ware eröffnet: Handgemachtes, Import unter eigener Marke, Gebrauchtes. Vom Lieferanten gibt es keine Fotos, oder alle Wettbewerber zeigen dieselben. Gesucht wird „Produktfotos selber machen“, „Produktfotos mit Handy“, und gleich danach: Brauche ich eine Kamera, Studiolampen, was kostet ein Fotograf?

Für den Anfang brauchst du weder Kamera noch Studiolicht. Du brauchst gleichmäßiges Licht, einen weißen Hintergrund und für jedes Produkt dieselbe Reihe von Motiven. Dann wirkt der Katalog einheitlich, und die Angebote gehen beim ersten Mal durch die Prüfung.

Was du für Produktfotos zu Hause brauchst

Ein Fenster, einen Tisch, einen großen Bogen weißen Fotokarton, eine weiße Schaumstoffplatte als Aufheller, ein Handystativ (oder einen Stapel Bücher) und Malerkrepp. Das reicht für alles von der Tasse bis zum Paar Schuhe.

Fotoplatz zu Hause: Fenster seitlich, weißer Karton von der Wand auf den Tisch, Aufheller, Handy auf dem Stativ
  1. Tisch seitlich zum Fenster. Das Licht soll von der Seite kommen, nicht von hinten über deine Schulter und nicht direkt ins Objektiv.
  2. Hintergrund ohne Kante. Klebe die Oberkante des Kartons mit Krepp an die Wand und lass ihn in einem weichen Bogen auf die Tischplatte laufen. Ohne Linie zwischen Wand und Tisch wird der Hintergrund gleichmäßig weiß.
  3. Aufheller. Die weiße Platte auf der fensterabgewandten Seite hellt die Schattenseite des Produkts auf. Je näher die Platte, desto weicher der Schatten.
  4. Stativ. Das Handy auf dem Stativ hält für jedes Produkt der Serie denselben Abstand und denselben Winkel. Der Katalog wirkt aufgeräumt, und nichts verwackelt. Dasselbe Stativ nutzt du für kurze Produktvideos, siehe Videomarketing im Onlineshop.

Große Dinge wie Möbel, Fahrräder oder Gartengeräte passen nicht auf so einen Platz. Fotografiere sie draußen oder in einem großen, hellen Raum vor einer glatten Wand, ohne andere Gegenstände im Bild.

Welches Licht du für Produktfotos brauchst

Weiches Tageslicht vom Fenster. An sonnigen Tagen hängst du eine weiße Gardine davor oder klebst Backpapier an die Scheibe: Direkte Sonne macht harte, dunkle Schatten und ausgebrannte weiße Flecken, die Gardine streut das Licht und macht es weich und gleichmäßig.

Dieselbe Tasse in direkter Sonne mit hartem Schatten und durch eine Gardine mit weichem, gleichmäßigem Schatten
  • Deckenlampe aus. Eine warme Glühbirne neben dem Tageslicht macht gelbe und bläuliche Flecken auf dem weißen Hintergrund, und die Farbe des Produkts stimmt auf dem Foto nicht mehr.
  • Kein Blitz. Der Handyblitz leuchtet frontal: Spiegelungen auf glänzenden Flächen und ein harter Schatten hinter dem Produkt.
  • Tagsüber fotografieren. Abends kommt wenig Licht durchs Fenster, das Handy erhöht die Empfindlichkeit, und das Bild rauscht.
  • Schatten nicht anschneiden. Wenn es einen Schatten oder eine Spiegelung gibt, darf der Bildrand sie nicht durchschneiden. Für Kaufland gilt beim Hauptbild sogar: gar keine Schatten — dort stellst du das Produkt bei der Bearbeitung frei.

Wie du das Handy einstellst

Nimm die Hauptkamera (1×), nicht das Weitwinkelobjektiv: Weitwinkel verzerrt die Proportionen, das Produkt wirkt gestreckt. Vor jeder Serie erledigst du vier Dinge:

  • Raster in den Kameraeinstellungen einschalten und das Produkt in die Mitte setzen;
  • auf das Produkt tippen, um Schärfe und Belichtung festzuhalten; frisst der weiße Hintergrund aus, den Helligkeitsregler etwas nach unten ziehen;
  • keinen Digitalzoom verwenden: näher herangehen oder später zuschneiden;
  • die Linse abwischen, denn ein Fingerabdruck macht das Bild genauso weich wie schlechtes Licht.

Mach jedes Motiv 3–5 Mal und wähle das schärfste am Computer aus, nicht auf dem Handydisplay.

Welche Motive du brauchst: 6 Pflichtbilder

Kaufland empfiehlt 5 bis 10 Bilder aus verschiedenen Perspektiven, eBay erlaubt bis zu 24, Google Merchant Center nimmt ein Hauptbild und bis zu 10 weitere. Die Grundreihe für die meisten Produkte:

Sechs Motive einer Tasse: Hauptbild von vorn, Seite, Rückseite, Detail des Henkels, mit Karton, mit Kaffee auf dem Tisch
  1. Hauptbild: von vorn, vollständig, ohne Verpackung, auf Weiß. Dieses Bild sieht der Käufer in der Trefferliste und in der Suche.
  2. Seite: Profil, damit Dicke und Form zu sehen sind.
  3. Rückseite: Anschlüsse, Befestigung, Etikett.
  4. Detail: Nahaufnahme von Material, Naht, Oberfläche oder Mechanik.
  5. Lieferumfang: das Produkt mit allem, was im Karton liegt, damit der Käufer weiß, was er genau bekommt.
  6. Im Einsatz: das Produkt in Benutzung oder neben einem bekannten Gegenstand als Größenvergleich.

Gibt es das Produkt in mehreren Farben, fotografierst du jede einzeln: ein Bild, eine Variante, keine Gruppe aller Farben. Halte Abstand und Winkel für die ganze Serie gleich, dann sieht die Kategorie im Shop aus wie ein Katalog und nicht wie eine Sammlung aus verschiedenen Quellen.

Anforderungen an Produktbilder bei Kaufland, eBay und Google

Alle drei folgen beim Hauptbild derselben Logik: nur das Produkt, gut sichtbar, nichts darübergelegt. Sie unterscheiden sich bei den Zahlen und darin, wie streng sie den Hintergrund sehen.

Bildanforderungen von Kaufland, eBay und Google Merchant Center (geprüft am 01.11.2026)
AnforderungKauflandeBayGoogle Merchant Center
Hintergrund Hauptbildweiß, klare Silhouette, keine Schatten, kein Stimmungsbildweiß empfohlen; bei glänzenden Artikeln wie Schmuck auch dunklerkeine Farbvorgabe; Produkt muss klar erkennbar sein
Mindestgröße1.024 px in Höhe oder Breite; für Zoom 2.048 px500 × 500 px500 × 500 px für alle Produkte ab 31.01.2027
Empfohlen / maximalbis 10 MB pro Dateica. 1.600 × 1.600 px, bis 12 MB pro Dateiempfohlen ca. 1.500 × 1.500 px; bis 64 Megapixel und 16 MB
FormatePNG, JPG, JPEG, WEBP, TIFF, GIFJPEG, PNG, GIF, TIFF, BMP, WEBP, HEIC, AVIFJPEG, WebP, PNG, GIF, BMP, TIFF
Anzahlempfohlen 5–10bis 24Hauptbild + bis zu 10 weitere
VerbotenText, Logos, Symbole, Flaggen, Rahmen, Collagen, Liefer- und Preisangaben, Siegel wie Stiftung Warentest, Verpackung auf dem HauptbildAbzeichen, Logos, Urheberrechtshinweise, Wasserzeichen; bei Gebrauchtware keine Katalog- oder StandardbilderWerbetext, Preise und Rabatte, Wasserzeichen, eingefügte Logos, Rahmen, Barcodes und QR-Codes, Gegenstände außerhalb des Lieferumfangs

Kaufland ist beim Hauptbild am strengsten: weißer Hintergrund, vollständiges Produkt, kein Schatten, kein Weißraum um das Produkt, keine Verpackung. Außerdem verlangt Kaufland zu jedem Produktbild einen Alternativtext — er wird per CSV-Feed, im Seller Portal oder über die API hinterlegt. Google rät in seinen Best Practices, dass das Produkt 75–90 % des Bildes ausfüllt. Schrift auf dem Produkt selbst oder auf der Originalverpackung ist überall in Ordnung; verboten ist Text, der nachträglich ins Bild gesetzt wurde.

Amazon.de hat eigene Bildanforderungen. Sie stehen in der Hilfe von Seller Central, die nur nach dem Login ins Verkäuferkonto zugänglich ist — prüfe sie dort vor einem größeren Fotoshooting. Eine einfache Regel deckt alle Plattformen ab: Das Hauptbild bleibt völlig sauber, Markenzeichen gehören nur auf die weiteren Bilder. Wie du auf eBay startest, steht im Artikel Verkaufen auf eBay. Wenn du Produkte über einen Feed in Google listest, sieh dir an, wie ein Google-Shopping-Feed aufgebaut ist.

5 Fehler, an denen Produktfotos scheitern

Bunter Hintergrund, Text im Bild, abgeschnittener Rand, mehrere Artikel in einem Bild und Unschärfe. Alle fünf erkennst du vor dem Hochladen.

Fünf Fehler bei Produktfotos: bunter Hintergrund, SALE-Aufkleber, abgeschnittener Rand, mehrere Tassen, unscharfes Bild
  1. Bunter Hintergrund. Bei Kaufland verstößt das Hauptbild damit gegen die Richtlinie, bei Google zieht eine kräftige Farbe den Blick vom Produkt weg. Fürs Hauptbild: nur Weiß.
  2. Text im Bild. „SALE“, „Gratis Versand“, Telefonnummer oder Shopadresse: Alle drei Plattformen verbieten eingefügte Texte und Logos.
  3. Abgeschnittener Rand. Auf dem Hauptbild muss das Produkt vollständig im Bild sein.
  4. Mehrere Artikel. Ein Bild, ein Produkt. Eine Collage oder Dinge, die nicht im Lieferumfang sind, führen den Käufer in die Irre.
  5. Unscharf. Ein verwaschenes oder verrauschtes Bild wirkt nachlässig. Die Ursache ist fast immer zu wenig Licht oder eine schmutzige Linse.

Wie du die Fotos nach dem Shooting bearbeitest

Auf Quadrat oder das geforderte Format zuschneiden, Produkt in der Mitte mit wenig Rand, das Weiß des Hintergrunds angleichen, die Dateigröße verkleinern. Keine Schwarz-Weiß- oder Farbfilter: Die Farbe des Produkts muss stimmen, sonst kommen Retouren mit dem Grund „Artikel weicht von der Abbildung ab“.

Prüfe das Weiß im Bildbearbeitungsprogramm: Ein Hintergrund, der mit bloßem Auge weiß aussieht, hat oft einen leichten Grau- oder Blaustich. Die Pipette sollte 255, 255, 255 zeigen. Zuschneiden und verkleinern kannst du direkt im Browser mit dem Werkzeug Bild komprimieren und zuschneiden.

Wenn es Tausende Produkte sind und Fotografieren keinen Sinn ergibt

Eigene Fotos lohnen sich bei eigener Herstellung, eigener Marke und Bestsellern. Besteht der Katalog aus Tausenden Artikeln von Lieferanten, gibt es die Bilder meist schon: auf den Websites der Hersteller und in den Preislisten der Lieferanten.

In Elbuz kommen die Bilder mit den Lieferantenlisten in die Produktkarte, und Elbuz findet den Artikel auf der Website des Herstellers und übernimmt Bilder und Merkmale. Sehen die Lieferantenfotos bei allen Händlern gleich aus, erstellt AI Media Studio aus einem bis fünf vorhandenen Fotos neue Produktbilder. Ehrliche Einschränkung: Ohne Ausgangsfoto geht das nicht, und auf dem Hauptbild im Marktplatz muss das Produkt genau dem entsprechen, was der Käufer bekommt. Mehr dazu auf der Seite PIM-System für Onlineshops.

Häufige Fragen

Wie mache ich Produktfotos mit dem Handy?

Am Fenster, bei weichem Tageslicht, auf weißem Karton, mit einer weißen Platte als Aufheller, mit der Hauptkamera vom Stativ. Tippe auf das Produkt, um die Schärfe festzuhalten, und verzichte auf Blitz und Digitalzoom.

Welcher Hintergrund ist für Produktfotos am besten?

Weiß. Kaufland verlangt für das Hauptbild eine klare Silhouette auf weißem Hintergrund, eBay empfiehlt Weiß; farbige Hintergründe und Stimmungsbilder sind etwas für die weiteren Bilder.

Wie groß müssen Produktbilder sein?

Bei Kaufland mindestens 1.024 px in Höhe oder Breite, 2.048 px für die Zoomfunktion. eBay verlangt mindestens 500 × 500 px und empfiehlt ca. 1.600 × 1.600 px, Google Merchant Center empfiehlt ca. 1.500 × 1.500 px.

Wie viele Bilder sollte ein Angebot haben?

Kaufland empfiehlt 5 bis 10, eBay erlaubt bis zu 24. Eine gute Reihe sind 4–7: Hauptbild, mehrere Ansichten, Detail und Produkt im Einsatz.

Darf ich mein Logo auf das Produktbild setzen?

Nein: Kaufland verbietet Text und Logos, eBay Logos und Wasserzeichen, Google eingefügte Logos und Werbetext. Ein Logo auf dem Produkt selbst oder auf der Originalverpackung ist erlaubt.

Darf ich Produktfotos aus dem Internet verwenden?

Nur mit Erlaubnis des Rechteinhabers. Auch einfache Produktfotos sind in Deutschland als Lichtbilder geschützt (§ 72 UrhG), und bei gebrauchten Artikeln erlaubt eBay keine Katalog- oder Standardbilder.

Quellen

  • Kaufland Global Marketplace, Seller University, „Produktdaten-Guideline“: weißer Hintergrund, 1.024 / 2.048 px, 10 MB, Formate, 5–10 Bilder, Verbote, Alt-Text — kauflandglobalmarketplace.com.
  • eBay-Hilfe, „Bilder zu Angeboten hinzufügen“: 500 × 500 px, ca. 1.600 × 1.600 px, bis 24 Bilder, 12 MB, Formate, keine Logos und Wasserzeichen, keine Katalogbilder bei Gebrauchtware — ebay.de.
  • Google Merchant Center-Hilfe, „Bildlink [image_link]“: Größen ab 31.01.2027, Formate, 75–90 % des Bildes, verbotene Elemente — support.google.com/merchants/answer/6324350.
  • Google Merchant Center-Hilfe, „Link zu einem zusätzlichen Bild [additional_image_link]“: bis zu 10 weitere Bilder — support.google.com/merchants/answer/6324370.
  • Urheberrechtsgesetz, § 72 (Lichtbilder) — gesetze-im-internet.de.

Geprüft am 01.11.2026. Die Plattformen ändern ihre Anforderungen, schau vor einem größeren Shooting in ihre Hilfe.

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