Eine Werbeanzeige ist alles, was ein Mensch in der Anzeige sieht: Bild oder Video, Überschrift, Text und Button. Sie funktioniert, wenn sie Produkt und Nutzen in einer Sekunde zeigt, im Format kommt, das die Plattform erwartet, und einen Test gegen andere Varianten gewonnen hat. Ob sie sich rechnet, ist einfache Arithmetik: Gewinn pro Bestellung × Konversionsrate des Shops × Klickrate der Anzeige × 1.000 ist das Maximum, das du für tausend Einblendungen zahlen kannst.
Anzeigen werden meist nach Geschmack beurteilt: „sieht gut aus“ oder „nicht“. Die Werbeplattform bewertet etwas anderes — wie viele Menschen angehalten und geklickt haben —, und das entscheidet, ob die Einblendungen Geld bringen. Unten: die vier Bausteine einer Anzeige, Formate von Meta und Google mit Prüfdatum, das Vorgehen in sechs Schritten, die Rechnung, der Test und die Fehler, die Budget verbrennen.
Wann man sucht, wie man eine Werbeanzeige erstellt
Meist laufen die Anzeigen schon: Geld geht raus, Klicks sind wenige, oder Bestellungen bleiben aus. Shopbetreiber oder Mediabuyer suchen dann „Werbeanzeige erstellen“, „was muss in eine Werbeanzeige“, „Instagram Anzeige Format“ und „wie viele Anzeigen testen“.
„Wie gestalte ich eine schöne Anzeige?“ ist hier die falsche Frage. Die richtige lautet: Welche meiner drei Varianten bringt eine Bestellung günstiger? Darauf antworten Rechnung und Test, nicht das Design.
Woraus eine Werbeanzeige besteht
Eine Anzeige hat vier Bausteine: Aufhänger, Produkt mit Nutzen, Beweis und Handlungsaufruf. Fehlt einer, scrollen die Menschen weiter oder klicken und kaufen nicht.

| Baustein | Was er leistet | Beispiel für einen Thermobecher |
|---|---|---|
| 1. Aufhänger | Stoppt das Scrollen: Überschrift oder die ersten Sekunden eines Videos | „Kaffee 6 Stunden heiß“ |
| 2. Produkt und Nutzen | Zeigt, was du verkaufst und was der Käufer davon hat | Der Becher groß im Bild, ein Deckel, der nicht tropft |
| 3. Beweis | Nimmt Zweifel: Bewertung, Test, Garantie | Kundenbewertung, Video vom Test kopfüber |
| 4. Handlungsaufruf | Sagt, was als Nächstes zu tun ist | Button „Jetzt kaufen“, Preis, Lieferbedingungen |
Nach Format gibt es Einzelbild, Karussell (mehrere Karten), Video und Katalog-Anzeigen, bei denen die Plattform die Anzeige selbst aus Produktfoto und Preis in deinem Feed baut. Für einen Shop mit großem Sortiment sind Katalog-Anzeigen oft am günstigsten vorzubereiten; mehr dazu im Abschnitt über Katalog-Anzeigen. Wie du ein Produktvideo mit dem Handy drehst: Videomarketing im Onlineshop.
Formate für Werbeanzeigen bei Meta und Google
Wähle das Format nach Platzierung: 4:5 hochkant für den Feed von Facebook und Instagram, 9:16 für Stories und Reels, 1,91:1 quer und 1:1 quadratisch für das Google Displaynetzwerk. Eine Anzeige im falschen Format wird beschnitten oder mit Rändern gezeigt.

| Platzierung | Verhältnis | Empfohlen | Minimum und Datei |
|---|---|---|---|
| Facebook Feed (Meta) | 4:5 | 1440 × 1800 px | Breite ab 600 px; JPG oder PNG bis 30 MB |
| Instagram Stories (Meta) | 9:16 | 1440 × 2560 px | Breite ab 500 px; JPG oder PNG bis 30 MB |
| Google responsive Displayanzeige, quer | 1,91:1 | 1200 × 628 px | ab 600 × 314 px; bis 5.120 KB |
| Google responsive Displayanzeige, quadratisch | 1:1 | 1200 × 1200 px | ab 300 × 300 px; bis 5.120 KB |
Drei weitere Regeln aus den Hilfeseiten der Plattformen, an denen am häufigsten Einblendungen verloren gehen:
- Sicherer Bereich in Stories. Meta rät, etwa 14 % der Höhe oben, 35 % unten und je 6 % an den Seiten frei von Text und Logos zu lassen: Dort liegt die Bedienoberfläche.
- Anzeigentext bei Meta. Für den Feed empfiehlt Meta 50–150 Zeichen Primärtext und eine Überschrift bis 27 Zeichen, für Stories Primärtext bis 125 Zeichen.
- Überschriften bei Google. Eine responsive Displayanzeige nimmt bis zu fünf kurze Überschriften mit höchstens 30 Zeichen und eine lange Überschrift mit höchstens 90 Zeichen. Wie du Überschriften schreibst, die das Scrollen stoppen, zeigt der Artikel Überschriften für Anzeigen: Formeln und Limits.
Die Plattformen ändern ihre Anforderungen; prüfe die Hilfeseiten unter „Quellen“ vor einem größeren Start.
Werbeanzeige erstellen in sechs Schritten
Fang nicht mit dem Bild an, sondern mit einem Angebot für eine Zielgruppe, und mach gleich drei Varianten statt einer.
- Zielgruppe und ihr Problem. Ein Satz: wer kauft und was ihn stört. „Pendler, deren Kaffee nach einer halben Stunde Fahrt kalt ist.“ Prüfung: Der Satz passt nicht zu jedem beliebigen Produkt.
- Ein Angebot. Der Nutzen, Preis oder die Bedingung, die du zuerst zeigst. Zwei Botschaften in einer Anzeige lesen sich wie keine.
- Produktbild. Das Produkt füllt den größten Teil des Bildes, sein wichtigstes Detail ist sichtbar. Prüfung: Verkleinere die Anzeige auf dem Handy zum Vorschaubild; das Produkt bleibt erkennbar.
- Text im Bild. Der Aufhänger in wenigen Wörtern, groß. Alles andere gehört in den Anzeigentext, nicht ins Bild.
- Format und sichere Bereiche. Exportiere aus einem Layout die Varianten 4:5, 9:16 und 1:1; prüfe, dass kein Text unter der Stories-Oberfläche liegt.
- Drei Varianten für den Test. Dasselbe Produkt und Angebot, ein Unterschied: Aufhänger, Hauptfoto oder Beweis.
Wie viel du pro Einblendung zahlen kannst: die Rechnung
Eine Anzeige rechnet sich, wenn der Preis für tausend Einblendungen (CPM) nicht höher ist als das, was diese Einblendungen einbringen. Diese Grenze kannst du vor dem Start ausrechnen.
Fiktives Rechenbeispiel, die Zahlen sind keine Marktdaten. Eine Bestellung des Thermobechers lässt nach Wareneinsatz, Versand und Gebühren 15 € Gewinn übrig. Der Shop macht aus 2 % der Besucher Bestellungen, die Anzeige hat 1 % CTR.
- 10.000 Einblendungen × 1 % = 100 Klicks.
- 100 Klicks × 2 % = 2 Bestellungen.
- 2 Bestellungen × 15 € = 30 € Gewinn.
- Für 10.000 Einblendungen kannst du also bis zu 30 € zahlen, ein CPM bis 3 €. Der maximale Klickpreis ist 15 € × 2 % = 0,30 €.

Deshalb zählt die CTR. Dasselbe Produkt mit einer Anzeige bei 1,5 % CTR bekommt aus 10.000 Einblendungen 150 Klicks und 3 Bestellungen, und der tragbare CPM steigt auf 4,50 €. Eine bessere Anzeige erlaubt dir, mehr pro Einblendung zu zahlen und trotzdem zu verdienen. Den Gewinn pro Bestellung rechnest du mit dem Margenrechner aus, nicht vom Verkaufspreis: Sonst liegt deine CPM-Grenze zu hoch.
Wie du Werbeanzeigen testest
Teste drei Varianten, die sich in einem Detail unterscheiden, mit gleichem Budget und gleicher Zielgruppe, und vergleiche die Kosten pro Bestellung, nicht die Zahl der Likes.

- Eine Änderung. Hat Variante B ein anderes Foto und eine andere Überschrift, weißt du nicht, was gewirkt hat.
- Genug Einblendungen. Bei 1 % CTR sind tausend Einblendungen 10 Klicks, und zwei Klicks Unterschied zwischen Varianten sind Zufall. Im fiktiven Beispiel geben 10.000 Einblendungen je Variante je 100 Klicks — genug zum Vergleichen.
- Testbudget. Drei Varianten × 10.000 Einblendungen × 3 € pro Tausend = 90 € (fiktiver CPM). Rechne das vor dem Start aus, damit du den Test nicht auf halbem Weg abbrichst.
- Entscheidungskennzahl. Zuerst die CTR (stoppt die Anzeige), dann die Kosten pro Bestellung. Eine Anzeige mit hoher CTR und ohne Bestellungen verspricht etwas, das die Website nicht zeigt.
Auch die Gewinner-Anzeige nutzt sich ab: Dieselben Menschen sehen sie zum zweiten und dritten Mal, die CTR sinkt, der Klickpreis steigt. Das nennt man Anzeigenmüdigkeit (Ad Fatigue). Ist die CTR des Gewinners auf das Niveau der alten schwachen Varianten gefallen, starte einen neuen Test mit demselben Angebot und einem neuen Aufhänger.
Fehler, mit denen sich eine Anzeige nicht rechnet
| Fehler | Folge |
|---|---|
| Mehrere Angebote in einer Anzeige | Keins kommt an, die CTR sinkt |
| Das Produkt ist klein, Hintergrund oder Model dominieren | Auf dem Handy sieht niemand, was du verkaufst |
| Text im unteren Drittel einer Story | Button und Beschriftung verdecken ihn, der Aufhänger wird nicht gelesen |
| Die Anzeige verspricht einen Preis oder eine Aktion, die es im Shop nicht mehr gibt | Klicks ohne Bestellungen, das Geld ist weg |
| Entscheidung nach den ersten paar hundert Einblendungen | Du schaltest eine Variante ab, die hätte gewinnen können |
| Bewertung nach Likes statt nach Kosten pro Bestellung | Du skalierst eine Anzeige, die Reaktionen sammelt, keine Verkäufe |
Warum Menschen Werbung irgendwann gar nicht mehr wahrnehmen und was du dagegen tun kannst, steht im Artikel Banner Blindness.
Bei Hunderten Produkten: Anzeigen aus dem Katalog
Für jedes Produkt eines Shops mit Tausenden Artikeln eine eigene Anzeige zu gestalten, ist nicht realistisch. Dafür gibt es Katalog-Anzeigen: Google Shopping und der Meta-Katalog für Facebook und Instagram bauen die Anzeige selbst aus Foto, Titel und Preis in deinem Produktfeed. Die „Anzeige“ jedes Produkts ist dann sein Hauptfoto und sein aktueller Preis, und ein Fehler im Feed (alter Preis, Artikel nicht vorrätig) ist derselbe Fehler wie in der Tabelle oben, nur in Tausenden Anzeigen.
In Elbuz entstehen die Feeds für Google Merchant Center, den Meta-Katalog und TikTok aus demselben Katalog, in dem du Preise und Bestände pflegst, damit die Anzeigen zeigen, was der Shop gerade hat. Wie das funktioniert, steht auf der Seite Produktfeeds für Google Shopping, Meta und TikTok. Die ehrliche Grenze: Ein Feed ersetzt keine Markenanzeige und kein Video für eine neue Zielgruppe; die gestaltest und testest du weiter nach den Schritten oben.
Werbefeeds aus deinem Elbuz-KatalogGoogle Merchant, Meta-Katalog und TikTok mit aktuellen Preisen
Häufige Fragen
Was muss alles in eine Werbeanzeige?
Vier Bausteine: ein Aufhänger, der das Scrollen stoppt, das Produkt mit seinem Nutzen, ein Beweis (Bewertung, Test, Garantie) und ein Handlungsaufruf mit Button. Fehlt einer, sinkt die Klickrate oder die Bestellungen bleiben aus.
Wie erstelle ich eine Werbeanzeige?
Lege Zielgruppe und ein Angebot fest, zeig das Produkt groß, ergänze Aufhänger, Beweis und Handlungsaufruf, exportiere in den Formaten der Plattform und mach drei Varianten für einen Test. Schritt für Schritt: die sechs Schritte.
Kann ich eine Werbeanzeige kostenlos erstellen?
Ja. Das Gestalten kostet nichts, wenn du ein kostenloses Grafikprogramm oder die Werkzeuge im Werbekonto von Meta oder Google nutzt. Bezahlt werden die Einblendungen oder Klicks, sobald die Anzeige läuft.
Welches Format braucht eine Instagram-Anzeige?
Für den Feed empfiehlt Meta 4:5 mit 1440 × 1800 px, für Stories 9:16 mit 1440 × 2560 px, JPG oder PNG bis 30 MB. Lass in Stories etwa 14 % oben und 35 % unten frei von Text.
Was kostet eine Werbeanzeige?
Das hängt von Plattform, Zielgruppe und Wettbewerb ab. Wie viel du höchstens zahlen darfst, rechnest du aus: Gewinn pro Bestellung × Konversionsrate × CTR × 1.000 ergibt den tragbaren CPM, siehe die Rechnung.
Wie viele Varianten sollte ich testen?
Meist drei Varianten mit einem Unterschied und gleichem Budget. Mehr Varianten teilen das Budget in kleine Stücke, und keine bekommt genug Einblendungen für eine Aussage.
Quellen
- Meta Ads Guide — Bildanzeigen im Facebook Feed.
- Meta Ads Guide — Bildanzeigen in Instagram Stories.
- Google Ads-Hilfe — Responsive Displayanzeige erstellen.
Geprüft am 01.11.2026. Alle anderen Zahlen im Artikel sind fiktive Rechenbeispiele.
