Den Kalkulationsaufschlag rechnest du vom Einkaufspreis: Aufschlag in % = (Verkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Einkaufspreis × 100, den Verkaufspreis aus dem Aufschlag mit Einkaufspreis × (1 + Aufschlag). Die Handelsspanne ist dieselbe Differenz, aber geteilt durch den Verkaufspreis. Ware für 40 €, verkauft für 60 € netto: 50 % Aufschlag, aber nur 33,33 % Handelsspanne. Einen Preis, der Gebühren und Retouren deckt, rechnest du von diesen Kosten aus, nicht mit einem „üblichen“ Prozentsatz: Die Formel steht weiter unten.
Der Hauptfehler: Prozent auf den Einkauf schlagen und vergessen, dass Marktplatz und Zahlungsanbieter ihre Gebühr vom Verkaufspreis nehmen. Unten findest du die Formeln an einem Beispiel, Handelsspanne und Aufschlag mit Umrechnungstabelle, einen Preis mit allen Kosten, bei dem 30 % Aufschlag Verlust bringen, Rundung mit Umsatzsteuer und die Stellen, an denen die Kalkulation kippt.
Wann man den Aufschlag berechnet
Die Preisliste des Lieferanten ist da, und die Preise müssen stehen – im eigenen Shop oder auf dem Marktplatz. Gesucht wird „Handelsspanne“ und „Aufschlag berechnen“, danach kommen Fragen wie „Was ist der Unterschied zwischen Marge und Aufschlag?“, „Wie lautet die Formel für die Handelsspanne?“ und „Wie hoch ist die übliche Handelsspanne im Einzelhandel?“.
Die letzte Frage ist die häufigste und die am wenigsten nützliche: Derselbe Prozentsatz ergibt bei Artikeln mit unterschiedlichem Preis und in unterschiedlichen Kanälen einen ganz anderen Gewinn. Deshalb erst die Formeln, dann ein Preis, der von deinen Kosten ausgeht.
Aufschlag berechnen: die Formeln
Alle Formeln kommen aus einer Differenz: Verkaufspreis minus Einkaufspreis. Einkaufspreis heißt hier Einstandspreis: Lieferantenpreis plus Fracht vom Lieferanten, Zoll beim Import und andere Bezugskosten, abzüglich Rabatte und ohne abziehbare Vorsteuer.
| Gesucht | Formel | Beispiel |
|---|---|---|
| Aufschlag in € | Verkaufspreis − Einkauf | 60 − 40 = 20 € |
| Kalkulationsaufschlag in % | (Verkaufspreis − Einkauf) ÷ Einkauf × 100 | 20 ÷ 40 × 100 = 50 % |
| Kalkulationsfaktor | Verkaufspreis ÷ Einkauf | 60 ÷ 40 = 1,5 |
| Verkaufspreis aus Aufschlag | Einkauf × (1 + Aufschlag) | 40 × 1,5 = 60 € |
| Einkauf aus Preis und Aufschlag | Verkaufspreis ÷ (1 + Aufschlag) | 60 ÷ 1,5 = 40 € |

In Excel oder Google Sheets, mit dem Einkauf in B2 und dem Aufschlag in Prozent in C2, ist der Preis =B2*(1+C2/100), der Aufschlag bei bekanntem Preis in D2 =(D2-B2)/B2*100. Für einen Artikel nimm den Rechner oben, Marge und Gewinn mit Marktplatzprovision prüfst du auch im Margenrechner. Welchen Aufschlag du dort eintragen solltest, steht weiter unten. Wie du eine ganze Preisliste in Google Sheets mit Formel und IMPORTRANGE aufbaust: Preisliste in Google Sheets.
Handelsspanne und Aufschlag: Unterschied und Umrechnung
Beide entstehen aus demselben Rohgewinn pro Stück, werden aber durch etwas anderes geteilt: der Aufschlag durch den Einkaufspreis, die Handelsspanne durch den Verkaufspreis. Deshalb ist der Aufschlag beim selben Rohgewinn immer höher als die Spanne. Die Handelsspanne ist im Handel einfach die Marge in Prozent. Was die Marge bedeutet und was nach allen Kosten davon bleibt, erklärt der Artikel Marge: Bedeutung und Berechnung.
| Merkmal | Kalkulationsaufschlag | Handelsspanne |
|---|---|---|
| Formel | (Preis − Einkauf) ÷ Einkauf × 100 | (Preis − Einkauf) ÷ Preis × 100 |
| Basis | Einkaufspreis | Verkaufspreis |
| Grenze | keine, auch 200 % und mehr | immer unter 100 % |
| Wofür | Preis festlegen | sehen, was vom Umsatz bleibt |
| Artikel 40 → 60 € | 50 % | 33,33 % |
Was ist besser, Marge oder Aufschlag? Keins von beiden – es sind zwei Blickwinkel auf denselben Betrag. Mit dem Aufschlag setzt du den Preis vom Einkauf aus, mit der Spanne prüfst du, was vom Umsatz bleibt. Ärger beginnt, wenn du 30 % Marge willst und 30 % Aufschlag einstellst: Ware für 100 € kostet dann 130 €, die Spanne liegt bei 30 ÷ 130 = 23,08 %.
| Gewünschte Spanne | Aufschlag | Preis bei 100 € Einkauf |
|---|---|---|
| 10 % | 11,11 % | 111,11 € |
| 20 % | 25 % | 125 € |
| 25 % | 33,33 % | 133,33 € |
| 30 % | 42,86 % | 142,86 € |
| 40 % | 66,67 % | 166,67 € |
| 50 % | 100 % | 200 € |
Einen Preis berechnen, der alle Kosten deckt
Teile die Kosten in zwei Gruppen: feste pro Bestellung (Verpackung, Werbung, Versand auf deine Kosten) und prozentuale vom Preis (Marktplatzprovision, Online-Zahlung, Retouren). Die festen addierst du zum Einkauf, die prozentualen kommen zusammen mit der gewünschten Marge in den Nenner.
Fiktives Rechenbeispiel: Provision 10 %, Zahlung 2 % und 6 % Retourenreserve sind keine Tarife bestimmter Anbieter. Einkaufspreis 40 € plus 2 € Fracht vom Lieferanten – Einstandspreis 42 €. Verpackung 1 € und Werbung 2,50 € pro Bestellung.
Du verkaufst über einen Marktplatz mit 10 % Provision, die Online-Zahlung kostet 2 %. Bei Fernabsatzverträgen hat der Verbraucher 14 Tage Widerrufsrecht (§ 312g und § 355 BGB), deshalb legst du 6 % vom Preis für Retouren zurück. Du bist umsatzsteuerpflichtig, rechnest Kosten und Formel netto und schlägst die 19 % Umsatzsteuer am Ende auf. Gewünschte Marge nach allen Kosten: 10 %.
| Position | Rechnung | Betrag, € |
|---|---|---|
| Preis für den Kunden nach Rundung | 75,90 | |
| Umsatzsteuer 19 % | 75,90 − 75,90 ÷ 1,19 | −12,12 |
| Nettopreis | 75,90 ÷ 1,19 | 63,78 |
| Einstandspreis | 40 + 2 | −42 |
| Marktplatz- und Zahlungsgebühren | 63,78 × 12 % | −7,65 |
| Retourenreserve | 63,78 × 6 % | −3,83 |
| Verpackung und Werbung | 1 + 2,50 | −3,50 |
| Dir bleiben | 6,80 |

Es bleiben 6,80 €, also 10,7 % vom Nettopreis, wie geplant. Der Aufschlag auf den Einstandspreis liegt dabei bei 63,78 ÷ 42 − 1 ≈ 52 %. Und jetzt die „üblichen“ 30 %: 42 × 1,3 = 54,60 € netto. Die Gebühren nehmen 6,55 €, die Retourenreserve 3,28 €, Verpackung und Werbung 3,50 € – und mit jedem Verkauf verlierst du 0,73 €.

Der Aufschlag in Prozent ist also das Ergebnis der Rechnung, nicht ihr Ausgangspunkt. Im eigenen Shop ohne Marktplatzprovision ergibt dieselbe Formel (42 + 3,50) ÷ (1 − 0,02 − 0,06 − 0,10) = 45,50 ÷ 0,82 ≈ 55,49 € netto. Die Gebühren rechnen wir hier vom Nettopreis; nimmt dein Marktplatz die Provision vom Bruttopreis, rechne sie vom Brutto. Im Dropshipping, wo der Großhandelspreis der Einkauf ist, beschreibt denselben Ansatz der Artikel how much you can earn with dropshipping (auf Englisch).
Preis runden, ohne Marge zu verlieren
Runde den Preis, den der Kunde sieht, und zwar nur nach oben. Die Formel ergab 63,19 € netto, also 75,20 € mit 19 % Umsatzsteuer. Bei 75,90 € bleiben 10,7 % Marge, bei 74,90 € nur 9,7 %, weniger als geplant. Bei günstigen Artikeln ist ein Euro ein noch größerer Teil des Preises.

Als umsatzsteuerpflichtiger Händler rechnest du den Aufschlag von Nettopreisen und schlägst die Steuer am Ende auf: Bruttopreis = Nettopreis × 1,19 beim Regelsatz. Nennt die Preisliste des Lieferanten Preise mit Umsatzsteuer, die du als Vorsteuer abziehst, rechne sie zuerst heraus: netto = brutto ÷ 1,19. Den Schritt mit der Steuer erledigt der MwSt-Rechner.
Wo die Aufschlagskalkulation kippt
Fast immer an dem, was sich ändert, nachdem der Preis steht:
- Provision vom Einkauf gerechnet. Der Marktplatz nimmt Prozent vom Verkaufspreis, im Nenner der Formel wiegt die Provision deshalb schwerer, als es scheint.
- Umsatzsteuer im Aufschlag. Der Aufschlag kam auf den Lieferantenpreis mit Steuer, oder die Steuer wurde am Ende nicht aufgeschlagen – ein Teil dessen, was du für deins hältst, geht ans Finanzamt.
- Wechselkurs. Die Preisliste in USD wurde zum Kurs von gestern umgerechnet: Der Einkauf ist schon ein anderer, der Preis noch der alte.
- Neue Preisliste. Der Lieferant hat erhöht, dein Preis blieb, und der Artikel verkauft sich mit Verlust, den erst der Monatsbericht zeigt.
- Ein Aufschlag für alles. 3,50 € feste Kosten pro Bestellung sind 7 % vom Preis eines 50-€-Artikels und 35 % bei einem 10-€-Artikel. Günstige Ware braucht einen höheren Prozentsatz oder einen festen Betrag.
- Retouren. Rücksendung auf deine Kosten, Verkauf zurückgeschickter Ware mit Rabatt und Werbung für Bestellungen, die zurückkamen, sind auch Kosten – halte sie in der Retourenreserve.
Aufschlag für Tausende Artikel
Mit Regeln, nicht von Hand: Hat die Preisliste Tausende Positionen und ändert der Lieferant die Preise jede Woche, kommt die Formel in der Tabelle nicht hinterher, und die Fehler aus dem vorigen Abschnitt passieren von selbst.
In Elbuz rechnet sich der Verkaufspreis mit jeder Preisliste nach Aufschlagsregeln neu: Prozent oder Preisstaffeln (höherer Prozentsatz für günstige Artikel, niedrigerer für teure), Wechselkurs, Rundung auf ganze Euro oder nach oben auf ein Vielfaches, etwa 10 €, und die Untergrenze „Preis nicht unter Einkaufspreis + N % senken“. Die Provision eines Verkaufskanals kannst du in dessen Exportvorlage aufschlagen, im Shop bleibt der Basispreis. Eine eigene Kalkulation hinterlegst du als Preisformel.
Für wen es sich nicht lohnt: Bei ein paar Dutzend Artikeln und Lieferantenpreisen, die sich einmal im Monat ändern, reicht die Formel in Excel. Wie Preiskalkulation für Onlineshops nach eigenen Regeln funktioniert, zeigt die Seite über Elbuz.
Quellen
- § 12 Abs. 1 UStG: Umsatzsteuer-Regelsatz 19 % — gesetze-im-internet.de.
- § 9b Abs. 1 EStG: abziehbare Vorsteuer gehört nicht zu den Anschaffungskosten — gesetze-im-internet.de.
- § 312g Abs. 1 BGB: Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen — gesetze-im-internet.de.
- § 355 Abs. 2 BGB: Widerrufsfrist 14 Tage — gesetze-im-internet.de.
Geprüft am 01.11.2026. Provisionen, Kosten und Preise in den Beispielen sind fiktiv.

