Der Break-even-Point (Gewinnschwelle) ist die Absatzmenge, bei der der Umsatz alle Kosten deckt und der Gewinn null ist. Du berechnest ihn so: Break-even-Point, Stück = Fixkosten ÷ (Preis − variable Stückkosten). Ein Shop mit 6.500 € Fixkosten im Monat und 12 € Deckungsbeitrag pro Bestellung braucht 542 Bestellungen, um auf null zu kommen. Jede weitere bringt Gewinn.
Der Fehler steckt selten in der Formel, sondern in dem, was du einsetzt: vergessene Gebühren, Versand auf eigene Kosten oder Bruttopreise statt Nettopreise verschieben den Punkt um Hunderte Bestellungen. Unten findest du die Rechnung in Stück und in Euro an einem fiktiven Shop, den Unterschied zwischen Regelbesteuerung und Kleinunternehmer, das Werbelimit pro Bestellung und das, was den Break-even am stärksten verschiebt.
Wann ein Shop den Break-even-Point berechnet
Meist vor dem Start eines Onlineshops oder eines neuen Verkaufskanals, wenn klar sein muss, wie viele Bestellungen im Monat Miete, Gehälter und Abos tragen. Oder wenn es Umsatz gibt, aber kein Geld, und du wissen willst, wie viel du verkaufen musst, um wenigstens nichts zu verlieren. Gesucht wird „Break-even-Point berechnen“ und „Break-even-Point Formel“, danach kommen Fragen zum Deckungsbeitrag, zur Grafik und zu Excel.
Die Formel ist für ein Café und einen Onlineshop dieselbe. Unterschiedlich ist, was als variable Kosten zählt: Ein Shop hat mehr davon als die Beispiele im Lehrbuch — Marktplatzgebühren, Zahlungsabwicklung, Versand, Werbung pro Bestellung, Retouren.
Break-even-Point Formel
Du teilst die Fixkosten einer Periode durch den Deckungsbeitrag pro Einheit und erhältst die Absatzmenge, ab der das Unternehmen keinen Verlust mehr macht. Das ist der mengenmäßige Break-even. Den wertmäßigen, also den Umsatz in Euro, bekommst du, wenn du dieselben Fixkosten durch die Deckungsbeitragsquote teilst.
- Fixkosten hängen nicht vom Absatz ab: Miete, Gehälter, Steuerberatung, Software-Abos, Versicherungen.
- Variable Kosten entstehen mit jedem Verkauf: Wareneinsatz, Marktplatz- und Zahlungsgebühren, Versand auf deine Kosten, Verpackung, Werbung pro Bestellung.
- Deckungsbeitrag ist Preis minus variable Kosten. Das ist das Geld, das jede Bestellung zur Deckung der Fixkosten beiträgt.
Im Break-even-Point ist der Gewinn null: Der gesamte Deckungsbeitrag geht in die Fixkosten. Gewinnschwelle und Break-even-Point sind dasselbe, die Abkürzung ist BEP.
Break-even-Rechner
Gib monatliche Fixkosten, Stückpreis und variable Kosten pro Stück ein — der Rechner ermittelt den Break-even-Point mit der Formel Kfix ÷ (p − kv) in Stück und in Euro. Mit einem Absatzplan siehst du dazu Gewinn und Sicherheitsabstand. Die Rechnung läuft in deinem Browser, die Daten werden nirgendwohin gesendet.
Break-even-Point berechnen: Beispiel für einen Onlineshop
Fiktives Rechenbeispiel, die Zahlen sind keine Marktdaten und keine Tarife bestimmter Anbieter. Derselbe Shop wie im Artikel zur SWOT-Analyse: 1.000 Bestellungen im Monat mit durchschnittlich 50 €, die Ware kostet 30 €, Marktplatz- und Zahlungsgebühren 6 % des Preises, Versand auf Kosten des Shops 1 €, Werbung 4 € pro Bestellung. Fixkosten 6.500 € im Monat. Alle Beträge netto, ohne Umsatzsteuer.

| Position | Betrag, € | Anteil am Preis |
|---|---|---|
| Durchschnittlicher Bestellwert | 50 | 100 % |
| Ware (Einkaufspreis) | −30 | 60 % |
| Gebühren 6 % | −3 | 6 % |
| Versand auf Kosten des Shops | −1 | 2 % |
| Werbung pro Bestellung | −4 | 8 % |
| Deckungsbeitrag | 12 | 24 % |
Runde immer auf: Bei 541 Bestellungen ist der Shop noch im Minus. Probe: 542 × 12 = 6.504 € Deckungsbeitrag gegen 6.500 € Fixkosten. Bei tatsächlich 1.000 Bestellungen verdient der Shop 1.000 × 12 − 6.500 = 5.500 € Betriebsgewinn.
Grafisch ist der Break-even-Point die Stelle, an der die Umsatzlinie die Gesamtkostenlinie schneidet. Die Kostenlinie beginnt nicht bei null, sondern bei 6.500 € Fixkosten: Die fallen an, auch wenn keine Bestellung kommt. Links vom Schnittpunkt liegt die Verlustzone, rechts die Gewinnzone.

Den Break-even kannst du auch in Prozent des geplanten Umsatzes angeben: 27.083 ÷ 50.000 = 54,2 %. Der Rest ist der Sicherheitsabstand: (50.000 − 27.083) ÷ 50.000 = 45,8 %. So viel Umsatz kann der Shop verlieren, bevor er ins Minus rutscht.
Welche Kosten eines Shops fix sind und welche variabel
Prüfe jede Position mit einer Frage: Ändert sich der Betrag, wenn morgen keine einzige Bestellung kommt? Bleibt er, sind es Fixkosten; fällt er weg, variable Kosten. Ein Fehler in einer Zeile verschiebt den Break-even um Hunderte Bestellungen.

| Position | Wohin | Falle |
|---|---|---|
| Wareneinsatz | variabel | volle Kosten ansetzen: mit Fracht vom Lieferanten und Wechselkursdifferenzen |
| Marktplatzgebühr, Zahlungsabwicklung | variabel | in Prozent vom Preis — bei Rabatt sinken sie mit dem Preis |
| Versand auf deine Kosten, Verpackung | variabel | „versandkostenfrei ab …“ zahlst trotzdem du |
| Retouren | variabel | zwei Sendungen ohne Umsatz; Durchschnitt pro Bestellung einrechnen |
| Werbung | je nach Abrechnung | Zahlung pro Bestellung — variabel, festes Monatsbudget — fix |
| Miete, Gehälter, Steuerberatung, Software, Versicherungen | fix | steigen sprunghaft: zweites Lager oder neue Stelle heben den Break-even |
Die meisten Fragen gibt es zur Werbung. Zahlst du dem Marktplatz pro Verkauf, sind es variable Kosten wie im Beispiel. Ist ein Budget von 4.000 € im Monat fest und wird unabhängig vom Absatz ausgegeben, gehört es zu den Fixkosten: Kfix = 10.500 €, Deckungsbeitrag 16 €, Break-even 10.500 ÷ 16 = 656,25 → 657 Bestellungen statt 542.
Break-even mit Steuern: Umsatzsteuer und Kleinunternehmer
Rechne mit Nettobeträgen, wenn du regelbesteuert bist: Die Umsatzsteuer aus dem Bruttopreis führst du ans Finanzamt ab, die Vorsteuer aus dem Einkauf bekommst du zurück. Wer den Bruttopreis in die Formel setzt, rechnet sich einen zu niedrigen Break-even aus.
Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG ist es umgekehrt: Deine Umsätze sind steuerfrei, solange der Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet. Dafür darfst du für diese Umsätze keine Vorsteuer abziehen (§ 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG). In die Formel gehören also dein Verkaufspreis ohne Umsatzsteuer und die Einkaufskosten brutto, einschließlich der Umsatzsteuer, die dir der Lieferant berechnet.
Für den Beispielshop stellt sich die Frage nicht: Schon sein Break-even-Umsatz von 27.083 € im Monat ergibt aufs Jahr 325.000 €, weit über der Grenze. Kleinunternehmer ist eher ein Shop mit wenigen Bestellungen und niedrigen Fixkosten.
Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer richten sich nach dem Gewinn. Im Break-even-Point ist der Gewinn null, darum verschieben sie den Punkt nicht, sondern bestimmen, wie viel vom Gewinn darüber bleibt. Bei der Gewerbesteuer haben natürliche Personen und Personengesellschaften außerdem einen Freibetrag von 24.500 € auf den Gewerbeertrag (§ 11 Abs. 1 GewStG).
Wie viel du für Werbung pro Bestellung ausgeben kannst
Nicht mehr als den Deckungsbeitrag vor Werbung minus den Anteil der Fixkosten pro Bestellung. Im Beispiel bringt eine Bestellung vor Werbung 50 − 30 − 3 − 1 = 16 €. Das ist die absolute Obergrenze: Kostet die Werbung pro Bestellung mehr, ist die Bestellung schon vor Miete und Gehältern ein Verlust.
Bei einem Plan von 1.000 Bestellungen erreicht der Shop also null, wenn Werbung nicht mehr als 9,50 € pro Bestellung kostet. Bei 600 geplanten Bestellungen liegt das Limit bei 16 − 10,83 = 5,17 €. Je weniger Bestellungen, desto billiger muss jede sein: Die Fixkosten verteilen sich auf weniger Verkäufe.
Was den Break-even-Point am stärksten verschiebt
Preis und Rabatte, stärker als die Fixkosten. Ein Rabatt senkt den Deckungsbeitrag jeder Bestellung, also musst du für dieselben 6.500 € deutlich mehr verkaufen. Rechne mit demselben Beispiel und ändere jeweils nur eine Sache.

| Änderung | Deckungsbeitrag pro Bestellung, € | Break-even, Bestellungen |
|---|---|---|
| Wie bisher | 12 | 542 |
| Preise +5 % | 14,35 | 453 |
| Einkaufspreis −5 % | 13,50 | 482 |
| Fixkosten +1.000 € | 12 | 625 |
| Werbung 6 € statt 4 € pro Bestellung | 10 | 650 |
| Kundenrabatt 10 % | 7,30 | 891 |
10 % Rabatt senken den Preis um 5 €, den Deckungsbeitrag aber um 4,70 € von 12 €, also um 39 %. Der Break-even steigt um fast zwei Drittel, von 542 auf 891 Bestellungen. Preise +5 % wirken umgekehrt: Fast die ganze Erhöhung, abzüglich 6 % Gebühr, landet im Deckungsbeitrag.
Daraus folgt die Reihenfolge, wenn der Break-even über dem tatsächlichen Absatz liegt:
- Prüfe Preise, die du lange nicht geändert hast, vor allem nach einer Erhöhung beim Lieferanten. Die Marge pro Stück bei einem bestimmten Preis rechnest du im Margenrechner nach.
- Vergleiche Einkaufspreise bei mehreren Lieferanten: Jeder gesparte Euro Einkauf senkt den Break-even.
- Rechne die Werbekosten pro Bestellung je Kanal aus und schalte die ab, die über dem Limit aus dem vorigen Abschnitt liegen.
- Erst danach Fixkosten kürzen oder Absatz steigern.
Wie du rechnest, wenn es Hunderte Produkte gibt
Rechne in Euro, nicht in Stück: Teile die Fixkosten durch die durchschnittliche Deckungsbeitragsquote des Shops. Diese Quote ist der gesamte Deckungsbeitrag des Monats geteilt durch den gesamten Umsatz, nicht der Durchschnitt der Prozentwerte einzelner Produkte.
Bei Tausenden Artikeln ergibt ein „Break-even in Stück“ keinen Sinn: Handyhülle und Laptop addiert man nicht. Nimm die Zahlen des Vormonats: Umsatz, Wareneinsatz und variable Kosten. Ändert sich der Sortimentsmix, etwa weil mehr günstige Produkte mit niedriger Marge verkauft werden, steigt der Break-even, obwohl sich kein Preis geändert hat. Deshalb rechnest du ihn jeden Monat neu.
In Excel reichen drei Zellen: B1 — Fixkosten, B2 — durchschnittlicher Bestellwert, B3 — variable Kosten pro Bestellung. Im deutschen Excel trennt das Semikolon die Argumente.
Wo die Rechnung in die Irre führt
Die Formel nimmt an, dass Preis, variable Kosten und Fixkosten sich mit dem Absatz nicht ändern. Im Shop gilt das nur in einem bestimmten Bereich:
- Fixkosten steigen sprunghaft. Bei 2.000 Bestellungen braucht es eine weitere Person oder ein größeres Lager, und der Break-even springt.
- Werbung wird mit der Größe teurer. Die ersten Bestellungen kommen günstig, jede weitere teurer, bei großem Absatz ist der Deckungsbeitrag also kleiner.
- Retouren fressen Umsatz. Zähle nur Bestellungen, die beim Kunden geblieben sind, und rechne die Kosten der Rücksendungen in die variablen Kosten ein.
- Der Break-even sieht kein in Ware gebundenes Geld. Ein Shop kann über der Gewinnschwelle liegen und trotzdem keine Liquidität haben, wenn der Gewinn in Lagerbestand fließt oder auf die Auszahlung des Marktplatzes wartet.
Wann es sich lohnt, den Break-even jeden Monat zu prüfen
Wenn sich Lieferantenpreise und Wechselkurse jede Woche ändern: Ein im Frühjahr berechneter Break-even stimmt im Herbst nicht mehr, weil sich der Deckungsbeitrag verschoben hat. Nützlicher ist es, einmal im Monat zwei Zahlen nebeneinanderzustellen: den berechneten Break-even und den tatsächlichen Umsatz.
In Elbuz zeigt die Verkaufsanalyse Umsatz, Gewinn und Marge aus bestätigten Bestellungen, nach Tag, Woche oder Monat, gefiltert nach Kategorie, Lager und Bestellquelle. Das ist die Bruttoebene: Gebühren, Werbung und Steuern zieht der Bericht nicht ab, den Deckungsbeitrag ergänzt du also mit der Tabelle aus diesem Artikel. Wie Bestellungen an einem Ort zusammenlaufen, zeigt die Seite Auftragsverwaltung.
Für wen es sich nicht lohnt: Bei ein paar Dutzend Bestellungen im Monat reicht die Tabelle mit drei Zellen aus dem vorigen Abschnitt.
Häufige Fragen
Was ist der Break-even-Point einfach erklärt?
Die Absatzmenge, ab der ein Unternehmen kein Geld mehr verliert: Der Umsatz deckt alle Kosten, der Gewinn ist null. Jeder Verkauf darüber bringt Gewinn.
Wie berechnet man den Break-even-Point?
Mengenmäßig: Fixkosten geteilt durch Preis minus variable Stückkosten, Kfix ÷ (p − kv). Wertmäßig: Fixkosten geteilt durch die Deckungsbeitragsquote.
Sind Gewinnschwelle und Break-even-Point das Gleiche?
Ja. Gewinnschwelle ist der deutsche Begriff für Break-even-Point (BEP): der Punkt, an dem Umsatz und Gesamtkosten gleich sind.
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Break-even-Point?
Der Deckungsbeitrag ist Preis minus variable Kosten einer Einheit. Der Break-even-Point ist die Menge, bei der die Summe der Deckungsbeiträge die Fixkosten genau deckt.
Wie kann man den Break-even-Point grafisch ermitteln?
Trage Umsatzlinie (ab null) und Gesamtkostenlinie (ab der Höhe der Fixkosten) über der Absatzmenge ein. Ihr Schnittpunkt ist der Break-even-Point, links liegt die Verlust-, rechts die Gewinnzone.
Wie berechne ich den Break-even in Excel?
Fixkosten in B1, Preis in B2, variable Kosten pro Stück in B3; die Menge liefert =AUFRUNDEN(B1/(B2-B3);0), den Umsatz =B1/((B2-B3)/B2).
Was sagt der BEP aus?
Wie viel du mindestens verkaufen musst, um keinen Verlust zu machen. Zusammen mit dem geplanten Absatz zeigt er den Sicherheitsabstand: wie viel Umsatz wegfallen darf, bevor es ins Minus geht.
Quellen
- § 19 UStG (Kleinunternehmer): steuerfrei, wenn der Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr 100.000 € nicht überschreitet — gesetze-im-internet.de.
- § 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG: kein Vorsteuerabzug für steuerfreie Umsätze — gesetze-im-internet.de.
- § 11 Abs. 1 GewStG: Freibetrag 24.500 € für natürliche Personen und Personengesellschaften — gesetze-im-internet.de.
- Microsoft Support, Funktion AUFRUNDEN — support.microsoft.com.
Geprüft am 01.11.2026. Die übrigen Zahlen im Artikel sind fiktive Rechenbeispiele.
