Der GiroCode ist ein QR-Code für SEPA-Überweisungen nach dem Leitfaden EPC069-12 des European Payments Council: Der Kunde scannt ihn mit seiner Banking-App, und Empfänger, IBAN, Betrag und Verwendungszweck sind schon ausgefüllt. Für einen Onlineshop passt er dort, wo der Kunde überweist: Rechnung, Vorkasse, Bestellbestätigung. In der Schweiz übernimmt diese Rolle die QR-Rechnung mit Swiss QR Code.
Der Fehler steckt selten im Generator, sondern in dem, was nach der Zahlung passiert: ein Code für alle Bestellungen, ein Empfängername, der nicht zum Konto passt, ein Verwendungszweck ohne Bestellnummer. Dann ist das Geld da, aber niemand weiß, wofür. Unten: welche QR-Codes es gibt, was im GiroCode steht, die Einrichtung in vier Schritten, ein Beispiel mit einer Bestellung und eine Rechnung, wann sich der GiroCode gegenüber einer Bezahlseite lohnt.
Wann ein Shop nach GiroCode sucht
Meist kommt ein Teil der Bestellungen per Vorkasse, auf Rechnung an Firmenkunden oder über Instagram, WhatsApp und E-Mail, und jemand schreibt dem Kunden jedes Mal die Bankverbindung ab. Kunden vertippen sich bei der IBAN, überweisen einen falschen Betrag oder schreiben „Ware“ in den Verwendungszweck. Der Shopbetreiber sucht dann „GiroCode erstellen“, „GiroCode auf Rechnung“ und „bezahlen mit QR-Code“.
Die Frage „welcher Generator ist der beste“ ist dabei zweitrangig. Wichtig ist, dass Betrag und Bestellnummer im Code stehen und die Zahlung im Kontoauszug ohne Rückfrage zu finden ist.
Welche QR-Codes zum Bezahlen es gibt
Ein GiroCode und eine QR-Rechnung enthalten die Daten einer Überweisung, ein QR-Code des Zahlungsanbieters enthält nur einen Link zur Bezahlseite. Für den Kunden heißt alles „scannen und zahlen“, für den Shop unterscheiden sich Geldeingang und Kosten.
| Merkmal | GiroCode (EPC-QR) | QR-Rechnung (Schweiz) | QR zur Bezahlseite |
|---|---|---|---|
| Inhalt | Daten einer SEPA-Überweisung: Name, IBAN, Betrag, Verwendungszweck | Swiss QR Code mit Empfänger, Konto, Betrag, Referenz, Zahler | Link zur Bezahlseite der Bestellung |
| Wo | Euro-Zahlungen im SEPA-Raum, verbreitet in Deutschland und Österreich | Schweiz, in CHF oder EUR | Überall, wo der Anbieter tätig ist |
| Wie der Kunde zahlt | Scannt in der Banking-App und gibt die Überweisung frei | Scannt im E- oder Mobile-Banking oder zahlt am Postschalter | Öffnet die Seite und zahlt mit Karte oder Wallet |
| Vertrag | Geschäftskonto mit IBAN reicht | Konto mit IBAN oder QR-IBAN | Vertrag mit dem Zahlungsanbieter |
| Kosten für den Shop | Nach Kontomodell für eingehende Überweisungen | Nach Kontomodell | Gebühr pro Zahlung |
| Status „bezahlt“ | Abgleich mit dem Kontoauszug | Abgleich über die Referenz | Der Anbieter meldet die Zahlung an den Shop |

Wichtig für den Einsatzort: Der Leitfaden EPC069-12 ist für Fälle gedacht, in denen die Zahlungsdaten zusätzlich im Klartext stehen, etwa auf einer Rechnung, damit der Zahler sie mit dem Code vergleichen kann. Für einen QR-Code, der nur an der Kasse oder im Warenkorb eines Onlineshops gezeigt wird, verweist der EPC auf ein anderes Dokument, EPC 024-22. Wie Gebühren bei Bezahlseiten und Kartenzahlungen entstehen, steht im Artikel über Zahlungsdienstleister im Onlineshop.
Was im GiroCode steht: Felder nach EPC069-12
Ein GiroCode ist ein Textblock aus Zeilen, die mit „BCD“ beginnen. Pflicht sind Name des Empfängers und IBAN, der Betrag ist optional. Die wichtigsten Regeln aus Version 3.0 des Leitfadens:
| Element | Pflicht | Länge | Inhalt |
|---|---|---|---|
| Service Tag | ja | 3 | immer „BCD“ |
| Version | ja | 3 | „001“ oder „002“ |
| Zeichensatz | ja | 1 | „1“ steht für UTF-8 |
| Kennung | ja | 3 | immer „SCT“ (SEPA Credit Transfer) |
| BIC | in Version 002 nur außerhalb des EWR | 8 oder 11 | BIC der Bank des Empfängers |
| Name | ja | 70 | Empfänger, so wie das Konto lautet |
| IBAN | ja | 34 | nur IBAN |
| Betrag | nein | 12 | „EUR“ plus Betrag von 0.01 bis 999999999.99 |
| Referenz oder Verwendungszweck | nein | 35 oder 140 | entweder strukturierte Referenz (RF-Creditor-Reference) oder freier Text, nicht beides |
| Hinweis an den Zahler | nein | 70 | Text für den Kunden |

- Technik. Fehlerkorrekturstufe M, höchstens QR-Version 13, insgesamt höchstens 331 Byte. Zeilen werden mit Zeilenumbruch getrennt.
- Was der Zahler nicht ändern soll. Der Leitfaden markiert BIC, Name, IBAN und strukturierte Referenz als feste Werte. Den Betrag markiert er nicht. Prüfe also beim Zahlungseingang, ob der Betrag stimmt.
- Freiwillig für Banken. Das EPC-Dokument ist informativ: Banken bieten die Funktion freiwillig an. Dass jede Banking-App ihn liest, garantiert der Standard nicht.
QR-Rechnung in der Schweiz: was anders ist
In der Schweiz bezahlt man Rechnungen mit der QR-Rechnung: Sie hat am 1. Oktober 2022 die alten Einzahlungsscheine abgelöst. Die Rechnung hat einen Zahlteil und einen Empfangsschein, der Swiss QR Code ist an einem Schweizer Kreuz in der Mitte zu erkennen.
- Währung. Nur CHF und EUR, Betrag von 0.01 bis 999'999'999.99.
- Referenz. Mit einer QR-IBAN ist die QR-Referenz (QRR) Pflicht, mit einer normalen IBAN gibt es die Creditor Reference (SCOR) oder keine Referenz (NON).
- Neue Version. Seit 22. November 2025 gelten die Implementation Guidelines Version 2.3; Version 2.4 tritt am 14. November 2026 in Kraft. Für Rechnungen in EUR sind ab November 2027 nur noch IBAN mit SCOR-Referenz oder IBAN mit unstrukturierter Mitteilung möglich.
- Erstellen. Zahlteil und Code erzeugt die Buchhaltungs- oder Rechnungssoftware oder das E-Banking. Ein allgemeiner QR-Code-Generator erzeugt keinen gültigen Zahlteil.
GiroCode einrichten: 4 Schritte
- Name genau wie bei der Bank. Seit 9. Oktober 2025 gleichen Banken im Euroraum vor jeder Überweisung den Namen des Empfängers mit dem Namen zur IBAN ab. Weicht der Name im Code ab, sieht der Kunde eine Warnung und zögert. Prüfung: Name im Code und Kontoinhaber im Bankvertrag sind Zeichen für Zeichen gleich.
- Ein Code pro Bestellung, nicht einer für alle. Betrag der Bestellung und Bestellnummer im Verwendungszweck. Den Code erzeugen Rechnungssoftware, Buchhaltungsprogramm oder Business-Banking deiner Bank. Prüfung: Scanne den Code mit dem eigenen Handy, Betrag und Nummer erscheinen von selbst.
- Daten auch im Klartext. Neben dem Code stehen Empfänger, IBAN, Betrag und Verwendungszweck lesbar: So will es EPC069-12, und der Kunde kann vergleichen. Prüfung: Wer die Rechnung ohne Handy liest, kann trotzdem überweisen. Was eine deutsche Rechnung sonst enthalten muss, zeigt die Rechnungsvorlage.
- Zahlungseingang prüfen. Eine Überweisung meldet sich nicht von selbst beim Shop. Suche Eingänge nach Bestellnummer und vergleiche den Betrag. Prüfung: Jede Bestellung „bezahlt“ hat eine passende Buchung.

Beispiel: eine Bestellung vom Code bis zum Kontoauszug
Fiktives Beispiel, Bankdaten erfunden. Ein Kunde bestellt per Vorkasse, Bestellung Nr. 1047 über 125,00 €. Die Rechnung enthält einen GiroCode mit diesen Zeilen:
| Zeile | Wert |
|---|---|
| Service Tag | BCD |
| Version | 002 |
| Zeichensatz | 1 |
| Kennung | SCT |
| BIC | leer, in Version 002 innerhalb des EWR nicht nötig |
| Name | Name des Shops, genau wie beim Konto |
| IBAN | deutsche IBAN des Shops, DE plus 20 Zeichen |
| Betrag | EUR125.00, mit Punkt statt Komma |
| Verwendungszweck | Bestellung 1047 |
Der Kunde scannt den Code, die Banking-App zeigt Empfänger und Betrag, der Namensabgleich meldet „stimmt überein“, der Kunde gibt frei. Im Kontoauszug steht dann ein Eingang über 125,00 € mit „Bestellung 1047“: Die Bestellung ist in Sekunden gefunden und wird auf „bezahlt“ gesetzt. Ohne Code hätte der Kunde „Rechnung“ geschrieben, und du müsstest den Betrag mit allen Bestellungen über 125 € vergleichen.
Wann der GiroCode günstiger ist als eine Bezahlseite
Der GiroCode lohnt sich, wenn die Kontogebühren für eingehende Überweisungen niedriger sind als die Gebühren des Zahlungsanbieters:
Ersparnis pro Monat = Gebühren der Bezahlseite − Gebühren für eingehende Überweisungen.
Fiktives Beispiel: Sätze nur für die Rechnung, keine Tarife bestimmter Anbieter. Ein Shop nimmt 10.000 € im Monat aus 80 Bestellungen zu je 125 € ein. Über eine Bezahlseite mit 1,5 % sind das 150 € Gebühren. Per GiroCode zahlt der Shop, was sein Kontomodell verlangt; bei angenommenen 0,30 € pro Gutschrift sind es 24 €, die Ersparnis liegt bei 126 €.

Dafür zahlst du mit Handarbeit und Zeit. Der Status „bezahlt“ kommt nicht von selbst, jemand gleicht den Kontoauszug ab. Und bei Vorkasse wartest du auf das Geld: Eine normale Überweisung muss spätestens am Ende des folgenden Geschäftstags bei der Bank des Empfängers sein, eine Echtzeitüberweisung kommt sofort. Bei ein paar Zahlungen am Tag sind das Minuten. Bei Dutzenden wird der Abgleich zur eigenen Aufgabe.
Wo das Bezahlen per GiroCode scheitert
- Ein Code für alle Bestellungen. Der Kunde trägt Betrag und Verwendungszweck selbst ein und vertut sich. Folge: Unterzahlung oder eine Zahlung ohne Bestellung.
- Name passt nicht zum Konto. „Kaffee-Shop“ im Code, „Muster Kaffee GmbH“ bei der Bank: Der Namensabgleich warnt, der Kunde zweifelt. Folge: abgebrochene Zahlung, Rückfrage per Telefon.
- Betrag mit Komma. Im Code steht der Betrag mit Punkt, wie im Beispiel des Leitfadens („EUR12.3“). Wer die deutsche Schreibweise „125,00“ übernimmt, riskiert, dass die App den Betrag nicht übernimmt.
- Referenz und Text zugleich. Der Leitfaden erlaubt nur eins von beidem. Folge: Der Code entspricht nicht dem Standard, und eine App kann ihn ablehnen.
- Gefälschte Codes. Auf ausgedruckten Rechnungen oder in weitergeleiteten E-Mails kann ein fremder Code stehen. Der Namensabgleich erkennt nur, ob Name und IBAN zusammenpassen, nicht, ob die Zahlungsaufforderung echt ist. Drucke den Empfängernamen im Klartext daneben und bitte Kunden, ihn zu prüfen.
Wie man mit GiroCode bezahlt: Anleitung für Kunden
Diesen Block kannst du Kunden auf die Rechnung oder in die Bestellbestätigung schreiben:
- Öffne die App deiner Bank und wähle bei der Überweisung „QR-Code scannen“ oder „Foto-Überweisung“.
- Halte die Kamera auf den Code auf der Rechnung.
- Prüfe Empfänger, Betrag und die Bestellnummer im Verwendungszweck.
- Gib die Überweisung frei.
Wenn es viele Zahlungen sind: Zahlung im Auftrag
Kommen Bestellungen aus Shop, Marktplätzen und Messengern und werden mal per Karte, mal per Überweisung bezahlt, ist eine Tabelle mit Zahlungsstatus daneben unpraktisch. In Elbuz steht die Zahlung im Auftrag selbst: Der offene Betrag erscheint im Auftrag und auf der Kundenkarte, Zahlungen von der Bank importierst du aus dem Kontoauszug. So sieht das Team, welche Vorkasse noch fehlt und wem es eine Erinnerung schicken soll. Wie das aufgebaut ist, zeigt die Seite Auftragsverwaltung in Elbuz.
Den GiroCode für die Rechnung erzeugt deine Bank- oder Buchhaltungssoftware; Elbuz führt Aufträge und Zahlungen. QR-Codes auf Produktetiketten, zum Beispiel mit einem Link zur Produktseite, druckt Elbuz mit dem Etikett. Einen einzelnen QR-Code für einen Link erstellst du auch im QR-Code-Generator.
Aufträge und Zahlungen in ElbuzStatus, offener Betrag und Kontoauszug in einer Auftragsliste
Häufige Fragen
Was ist ein GiroCode?
Ein QR-Code mit den Daten einer SEPA-Überweisung nach dem Leitfaden EPC069-12 des European Payments Council. Die Banking-App liest Empfänger, IBAN, Betrag und Verwendungszweck und füllt die Überweisung aus.
Wie erstelle ich einen GiroCode für meine Rechnung?
Mit deiner Rechnungs- oder Buchhaltungssoftware oder im Business-Banking deiner Bank. Für einen Shop am besten einen Code pro Bestellung, mit Betrag und Bestellnummer im Verwendungszweck.
Funktioniert ein GiroCode mit jeder Banking-App?
Nicht garantiert. Der EPC-Leitfaden ist informativ, Banken bieten das Scannen freiwillig an. Deshalb gehören die Zahlungsdaten zusätzlich im Klartext auf die Rechnung.
Was ist der Unterschied zwischen GiroCode und QR-Rechnung?
Der GiroCode ist ein QR-Code für Euro-Überweisungen im SEPA-Raum. Die QR-Rechnung ist der Schweizer Standard mit Zahlteil, Empfangsschein und Schweizer Kreuz im Code, für CHF und EUR.
Ist das Bezahlen mit QR-Code sicher?
Ja, wenn der Kunde vor der Freigabe Empfänger und Betrag prüft. Seit 9. Oktober 2025 gleicht die Bank zusätzlich Name und IBAN ab, eine gefälschte Rechnung erkennt dieser Abgleich aber nicht.
Wie schnell ist das Geld nach einer GiroCode-Zahlung da?
Bei einer normalen Überweisung spätestens am Ende des folgenden Geschäftstags bei der Bank des Empfängers, bei einer Echtzeitüberweisung sofort.
Quellen
- European Payments Council, EPC069-12 Version 3.0 „Quick Response Code: Guidelines to Enable the Data Capture for the Initiation of a SEPA Credit Transfer“, 13.09.2022 — europeanpaymentscouncil.eu. Felder, Längen, Fehlerkorrektur, 331 Byte, Verweis auf EPC 024-22 für Kasse und Warenkorb.
- SIX, „QR-Rechnung“ — six-group.com. Ablösung der Einzahlungsscheine am 1. Oktober 2022, IG Version 2.3 seit 22. November 2025, Version 2.4 ab 14. November 2026.
- Swiss Payment Standards, Schweizer Implementation Guidelines QR-Rechnung, Version 2.4 vom 24.02.2026 — six-group.com. Währungen, Referenztypen QRR/SCOR/NON, Schweizer Kreuz.
- BaFin, „Empfängerüberprüfung bei Überweisungen“ — bafin.de.
- § 675s Abs. 1 BGB, Ausführungsfrist für Zahlungsvorgänge — gesetze-im-internet.de.
Geprüft am 1. November 2026. Bestellung, Bankdaten und Gebührensätze im Beispiel sind fiktiv.
