Geschäftskunde bei einem Paketdienst wirst du über einen eigenen Vertrag, und die Einstiegsschwelle ist niedrig: DHL nennt etwa 200 Sendungen im Jahr, Hermes (myHermes Business) 300 Pakete im Jahr, DPD macht Angebote ab 10 Paketen im Monat, GLS erstellt ein individuelles Angebot. Feste Preislisten veröffentlicht nur DHL („ab 4,24 € netto“), sonst sind die Konditionen verhandelt. Vergleiche deshalb nicht den Startpreis, sondern die Kosten eines Versandmonats.
Shops wechseln meist zu spät: Sie versenden noch zu Privatkundenpreisen, obwohl sie die Schwelle längst überschritten haben. Oder sie unterschreiben das erste Angebot, weil der Paketpreis niedrig aussieht, und übersehen Grundgebühr, Zuschläge und Retouren. Unten: die Einstiegsschwellen der vier Dienste nach ihren eigenen Seiten, eine Formel für die Monatskosten mit Rechenbeispiel, worin sich Angebote unterscheiden und wann sich ein zweiter Paketdienst lohnt.
Wann ein Shop nach Geschäftskundentarifen sucht
Der Shop verschickt ein paar Dutzend Pakete im Monat, druckt die Etiketten über das Privatkundenportal und zahlt jedes Paket einzeln. Gesucht wird „DHL Geschäftskunde“, „Hermes Geschäftskunden“ oder „Paketpreise vergleichen“, gefunden werden Login-Seiten der Portale und Preisvergleiche für Privatpakete, die mit Geschäftskundentarifen wenig zu tun haben.
„Welcher Paketdienst ist am günstigsten“ hat keine allgemeine Antwort: Geschäftskundenpreise hängen von deiner Menge, deinen Paketgrößen und deinen Zielländern ab. Die richtige Frage lautet: Was kostet mein Versandmonat in jedem Angebot, das ich bekomme? Das rechnest du mit einer Formel aus.
Ab wie vielen Paketen wirst du Geschäftskunde?
Bei allen vier Diensten reicht ein angemeldetes Gewerbe und eine Menge, die du heute schon oder bald versendest. So beschreiben die Dienste ihren Einstieg auf ihren eigenen Seiten (geprüft am 01.11.2026):
| Paketdienst | Einstieg | Wie der Vertrag zustande kommt | Veröffentlichter Preis |
|---|---|---|---|
| DHL Paket | etwa 200 Sendungen im Jahr | Online-Vertrag in vier Schritten, danach Zugang zum Post & DHL Geschäftskundenportal | Paket ab 4,24 € (1 kg, inkl. Maut, zzgl. USt.) plus monatliche Grundgebühr; Kleinpaket ab 3,29 € |
| Hermes (myHermes Business) | 300 Pakete im Jahr | Registrierung online, Preise und AGB im Prozess, Vertrag per E-Mail | Preise erst während der Registrierung |
| DPD | Angebot ab 10 Paketen im Monat | Formular, Rückruf innerhalb eines Werktags, individuelles Angebot | keine; Kosten „richten sich nach Ihrem individuellen Versandbedarf“ |
| GLS | individuelles Angebot | Kontaktformular für Geschäftskunden auf gls-pakete.de | keine feste Preisliste für Geschäftskunden |

Liegst du unter der Schwelle, bleibt der Privatkundenweg: DHL schreibt, dass Geschäftskunden mit wenigen Sendungen alle Leistungen des Privatkundenangebots nutzen können, Hermes verweist bei weniger als 300 Paketen auf ein kostenloses myHermes-Konto. Rechne trotzdem schon mit der Formel unten: Die Schwelle ist niedriger, als viele denken, und bei DPD erreichst du sie mit drei Paketen pro Woche.
Was der Versand wirklich kostet: Formel und Rechenbeispiel
Der Paketpreis aus dem Angebot ist nur ein Teil der Rechnung. Vergleiche die Kosten eines Monats:
Versandkosten im Monat = Σ (Pakete je Größenklasse × Preis) + Zuschläge je Paket × Pakete + Grundgebühr + Retourenetiketten × Preis.
Zuschläge sind alles, was das Angebot neben dem Grundpreis nennt: Maut, Energie- oder Saisonzuschlag, Aufpreis für Sperrgut oder Übergröße, Zustellung an Privatadressen. Bei DHL ist die Maut im veröffentlichten Preis schon enthalten, die Grundgebühr kommt dazu. Frag bei jedem Angebot nach, welche Zuschläge außerhalb des Paketpreises berechnet werden.
Rechenbeispiel mit fiktiven Angeboten, keine Preise eines bestimmten Paketdienstes. Ein Shop verschickt 300 Pakete im Monat bis 5 kg. Angebot A: 4,20 € pro Paket, keine Grundgebühr, keine Zuschläge. Angebot B: 3,90 € pro Paket, 0,15 € Zuschlag pro Paket, 60 € Grundgebühr im Monat.
| Angebot | Rechnung | Pro Monat, € |
|---|---|---|
| A: 4,20 € pro Paket | 300 × 4,20 | 1.260 |
| B: 3,90 € + 0,15 € + 60 € Grundgebühr | 300 × 4,05 + 60 | 1.275 |

Das Angebot mit dem niedrigeren Paketpreis ist hier teurer, weil Zuschlag und Grundgebühr dazukommen. B spart pro Paket 0,15 € (4,20 − 4,05), die Grundgebühr von 60 € holt es erst ab 400 Paketen im Monat herein (60 ÷ 0,15). Verschickst du saisonal, rechne Spitzenmonat und ruhigen Monat getrennt: Die Grundgebühr zahlst du auch im Januar.
Zwei Posten verschieben das Ergebnis oft mehr als der Paketpreis:
- Retouren – bei 10 % Rücksendungen und 300 Paketen sind das 30 Retourenetiketten im Monat; frag nach ihrem Preis und ob du sie bezahlst oder der Kunde.
- Größenklassen – Preise gelten je Gewichts- oder Größenklasse. Rechne mit deiner echten Verteilung, nicht nur mit dem kleinsten Paket. Wie Paketdienste großes, leichtes Paket berechnen, zeigt der Volumengewicht-Rechner.
Paketpreise vergleichen: worin sich Angebote unterscheiden
Öffentliche Preisvergleiche zeigen Privatkundenpreise für einzelne Pakete. Für einen Shop sind andere Punkte wichtiger, und sie stehen im Angebot oder in den Geschäftsbedingungen, nicht auf der Startseite:
| Punkt | Was du fragst | Warum es Geld kostet |
|---|---|---|
| Größen- und Gewichtsklassen | Wo liegen die Grenzen, wie wird ein großes, leichtes Paket berechnet? | Ein Karton knapp über der Grenze kostet die nächste Klasse |
| Zuschläge | Welche Zuschläge kommen zum Paketpreis, und wann ändern sie sich? | Sie stehen oft nicht im Paketpreis |
| Abholung | Holt der Fahrer täglich ab, oder bringst du die Pakete in den Paketshop? | Fahrten zum Paketshop kosten Arbeitszeit |
| Zustellung | Wie viele Zustellversuche, Paketshop, Packstation oder Wunschort? | Nicht zugestellte Pakete kommen als Retoure zurück |
| Haftung | Bis zu welchem Wert ist das Paket versichert? | Teure Ware braucht eine Höherversicherung |
| Ausland | Welche Länder, welcher Preis, wie lange? | Österreich und Schweiz haben eigene Preise; die Schweiz braucht Zolldaten |

Leg die Angebote in eine Tabelle mit deinen Mengen je Größenklasse und rechne jedes mit der Formel oben. Erst dann verhandelst du: Mit einem Gegenangebot und deinen Zahlen bekommst du eher einen niedrigeren Zuschlag oder eine erlassene Grundgebühr.
Wie du Geschäftskunde wirst: die Schritte
Der Weg ist bei allen Diensten ähnlich und dauert Tage, nicht Wochen. DHL beschreibt ihn in vier Schritten:
- Daten – Firma, Ansprechpartner, Bankverbindung, erwartete Menge im Jahr.
- Preise – Paket- und Warenpreise für Inland und Ausland ansehen.
- Vertrag – online abschließen; Hermes prüft vor dem Vertrag deine Bonität bei der Schufa und setzt eine deutsche Rechnungs- und Abholadresse voraus.
- Versandstart – Zugang zum Geschäftskundenportal, Etiketten drucken, Abholung oder Paketshop.

Bevor du unterschreibst, prüfe Laufzeit und Kündigungsfrist und ob eine Mindestmenge im Vertrag steht. DPD bevorzugt die Abrechnung per SEPA-Lastschrift und rechnet nach dem Versand ab; die Abrechnungsart steht auch bei den anderen Diensten im Vertrag.
Lohnt sich ein zweiter Paketdienst?
Oft ja, sobald deine Pakete sehr unterschiedlich sind. Typisch ist ein Dienst für kleine, leichte Sendungen und ein zweiter für schwere oder sperrige Pakete, oder ein zweiter Dienst als Ausweichlösung in der Hochsaison. Der Preis dafür ist Organisation: zwei Portale, zwei Abholungen, zwei Abrechnungen, und dein Team muss bei jedem Auftrag entscheiden, mit wem das Paket geht.
Rechne vorher mit der Formel: Ein zweiter Vertrag lohnt sich, wenn die Ersparnis bei den Paketen, die du verschiebst, größer ist als seine Grundgebühr und der Mehraufwand. Mit wenigen Paketen pro Monat ist ein Dienst fast immer einfacher.
Wenn das Etikett aus dem Auftrag kommen soll
Mit wachsender Menge kostet nicht mehr der Paketpreis die meiste Zeit, sondern das Abtippen: Adresse ins Portal kopieren, Etikett drucken, Sendungsnummer zurück in den Auftrag, dem Kunden schreiben. In Elbuz erstellst du Versandetiketten von UPS und FedEx direkt aus dem Auftrag, zu deinem eigenen Vertrag und aus jedem EU-Land, einzeln oder für viele markierte Aufträge auf einmal. Die Sendungsnummer landet im Auftrag, der Sendungsstatus aktualisiert ihn selbst, und der Kunde bekommt eine Nachricht. Im Shop auf Elbuz CMS wählt der Käufer beim Bestellen selbst eine InPost-Packstation oder einen InPost-Paketpunkt in Deutschland oder Österreich. Wie das funktioniert, zeigt die Seite Versandsoftware für Onlineshops.
Versendest du mit DHL, Hermes, DPD oder GLS, erstellst du das Etikett weiter im Portal des Paketdienstes und trägst die Sendungsnummer im Auftrag ein; Auftrag, Zahlung und Kundennachricht bleiben trotzdem an einem Ort.
Versand aus dem Auftrag in ElbuzEtiketten und Sendungsstatus, 14 Tage kostenlos
Häufige Fragen
Ab wann ist man DHL Geschäftskunde?
DHL empfiehlt den Geschäftskundenvertrag ab etwa 200 Sendungen im Jahr. Der Vertrag wird online abgeschlossen, den Zugang zum Geschäftskundenportal bekommst du laut DHL innerhalb weniger Tage.
Was kostet ein DHL Paket für Geschäftskunden?
DHL nennt „ab 4,24 €“ für ein Paket bis 1 kg innerhalb Deutschlands, inklusive Maut, zuzüglich Umsatzsteuer und einer monatlichen Grundgebühr (Stand 01.11.2026). Dein Preis hängt von Menge und Paketgrößen ab.
Ab wie vielen Paketen ist man bei Hermes Geschäftskunde?
Ab 300 Paketen im Jahr über myHermes Business. Wer weniger versendet, kann laut Hermes ein kostenloses myHermes-Konto zu Privatkundenkonditionen nutzen.
Kann ich als Kleingewerbe Geschäftskunde werden?
Ja, wenn du die Menge erreichst: Die Dienste verlangen ein Unternehmen, nicht eine bestimmte Größe. Hermes setzt zusätzlich eine deutsche Rechnungs- und Abholadresse und eine Bonitätsprüfung voraus.
Welcher Paketdienst ist für Onlineshops am günstigsten?
Das hängt von deiner Menge, deinen Paketgrößen und Zielländern ab, denn Geschäftskundenpreise sind verhandelt. Hol zwei oder drei Angebote ein und rechne die Monatskosten mit der Formel oben.
Wie vergleiche ich Paketpreise richtig?
Mit deinen echten Mengen je Größenklasse, inklusive Zuschlägen, Grundgebühr und Retouren. Der niedrigste Paketpreis ergibt nicht automatisch die niedrigsten Monatskosten.
Quellen
- DHL Paket, „Geschäftskunde werden“: Versandvolumen etwa 200 Sendungen pro Jahr, vier Schritte, Paket ab 4,24 € (1 kg, inkl. Maut, zzgl. USt., zzgl. monatlicher Grundgebühr), Kleinpaket ab 3,29 € – dhl.de.
- Hermes, „myHermes Business-Kunde werden“: ab 300 Paketen im Jahr – myhermes.de; FAQ für Geschäftskunden (deutsche Rechnungs- und Abholadresse, Bonitätsprüfung) – myhermes.de.
- DPD, „Angebot für Geschäftskunden“: ab 10 Paketen pro Monat, Rückmeldung innerhalb eines Werktags, Abrechnung bevorzugt per SEPA-Lastschrift – dpd.com.
- GLS Germany, Paketversand für Geschäftskunden: individuelles Angebot über das Kontaktformular – gls-pakete.de.
Geprüft am 01.11.2026.
